FeedHirnbruch (Encephäalocéle)
HeilkundeBrockhaus 1882

Hirnbruch (Encephäalocéle), das teilweise Heraustreten des Gehirns aus seiner knöchernen Schädelkapsel, ist entweder angeboren oder infolge von Kopfverletzungen erworben. Der angeborene Hirnbruch (Encephalocele congenita) stellt sich als eine bald größere, bald kleinere kugelige oder halbkugelige Geschwulst am Hinterhaupt, an der Stirn oder in der Gegend der Schläfenschuppen dar, deren Inhalt aus Gehirnwasser und Gehirnsubstanz besteht und durch eine Offnung in der Schädelkapsel mit dem Großhirn in Verbindung steht. Die Ursache dieser Mißbildung besteht in einer partiellen Wasseransammlung in den Hirnhöhlen in Verbindung mit einem regelwidrigen Offenbleiben gewisser Schädellücken, durch welche Teile des sackartig vorgedrängten Großhirns nach außen treten können. Die meisten mit angeborenem H. behafteten Kinder sterben frühzeitig, weil sich der Bruchinhalt leicht entzündet und dann gewöhnlich eine tödliche Hirn⸗ und Hirnhautentzündung zur Folge hat. Der erworbene Hirnbruch (Encephalocele acquisita s. traumatica) besteht in dem Heraustreten von Gehirnsubstanz aus Schädelwunden, wobei die letztere als rötliche schwammartige Masse erscheint und gewöhnlich in Verschwärung und brandigen Zerfall übergeht. Man trägt die vorgefallene Dunde mit mit dem Messer ab und bedeckt die unde mit einem antiseptischen Verband.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 258Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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