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ErdkundeBrockhaus 1882

Helsingborg, alte, wohlgebaute Stapelstadt mit einem guten, bedeutend erweiterten, durch gemauerte Molen hergestellten Hafen in der schwed. Provinz Schonen im Län Malmöhus, an der engsten Stelle des Sund, Helsingör gegenüber, am Fuße eines Bergrückens, auf welchem sie einst lag, und wo noch die Reste ihres festen Schlosses, Kärnan, sich befinden, zählt (1882) 12479 C., welche von Handel, Schiffahrt, Fischerei, Ackerbau und Industrie leben. Durch die Privatbahnen nach Heßleholm und Eslöf ist H. mit dem Netze der schwed. Staatseisenbahnen in Verbindung gesetzt. Mit Dänemark wird ein reger Dampfschiffverkehr unterhalten. Zum Hafen gehören (1881) 69 Segel- und 2 Dampfschiffe von zusammen 20857 t Tragfähigkeit. Bedeutend ist besonders die Getreideausfuhr. Die Stadt ist denkwürdig durch mehrere Reichstage, Friedensverträge und Belagerungen im 14. Jahrh., durch die Niederlage der Hanseaten 1362 und der Lübecker 1535, durch wiederholte Belagerungen im 17. Jahrh. besonders aber durch die Schlacht 28. Febr. (11. März) 1710, in welcher die Dänen unter Rantzau von einem schwed. Bauernheere unter Magnus Stenbock mit großem Verlust zurückgeschlagen wurden. In neuerer Zeit sind die Seebäder von H. von Bedeutung geworden. Nur 2 km südöstlich von H. liegt der Sauerbrunnen und Kurort Ramlösa, der selbst aus Deutschland Besucher findet, und nördlich von der Stadt der Sauerbrunnen Helsan. Auch befinden sich in der Nähe lakra und Kropp, die wichtigsten in Skandinavien, und das westlichste Vorgebirge von Schonen, der 188 me hohe Kullen mit einem Leuchtturm.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 98Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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