Hohenlohe, früher eine Grafschaft und später ein Fürstentum im Fränkischen Kreise, welches aber 1806 durch die Rheinbunds-Akte mediatisiert und größtenteils unter württemb., zum Teil aber unter bayr. Hoheit gestellt wurde und etwa 1800 qkm umfaßte. Das alte Herrengeschlecht Hohenlohe, dessen Herkunft dunkel, war frühzeitig in dem fränk. Kocher⸗, Jagst⸗, Tauber⸗ und Gollachgau begütert. Seine Geschichte hellt sich erst mit dem Grafen Gottfried auf, dem Vertrauten Heinrichs VI. Die Söhne desselben stifteten die Linie H.⸗Brauneck, die aber schon im vierten Gliede erlosch, und H.⸗Holloch. Diese letztere spaltete sich 1340 mit den Söhnen Krafts II. in die Linien H.⸗Hohenlohe und H.⸗Speckfeld, von denen die erstere 1412 erlosch und die Allodialgüter durch Erbtöchter dem Hause entfremdete. Erst Georg, von der allein noch übrigen Linie H.⸗Speckfeld, der Stammvater sämtlicher noch blühenden hohenloheschen Linien, gab zur Verhütung solcher Fälle 1510 ein Familiengesetz. Die Söhne Georgs stifteten 1551 die gegenwärtigen beiden Hauptlinien H.⸗Neuenstein und H.⸗Waldenburg, von denen erstere 7. Jan. 1764, letztere 21. Mai 1744 in den Reichsfürstenstand erhoben wurde. Die erste Hauptlinie, H.⸗Neuenstein, die sich zur prot. Kirche bekennt, teilte sich wieder in die Speziallinien H.⸗Neuenstein-Ohringen und H.⸗ Neuenstein-Langenburg, von denen jene sich in die Aste H.⸗Weickersheim, der mit dem Stifter 1756 schon wieder einging, und H.⸗Ohringen spaltete, der 1805 erlosch, worauf die Besitzungen von H.⸗ Ohringen auf die Speziallinie H.Neuenstein-Langenburg übergingen, die außer dem Stammfürstentum auch die obere Grafschaft Gleichen unter sachsen-coburg-gothaischer Hoheit besitzt und bis auf neuere Zeit in drei Asten blühte: 1) H.⸗Langenburg, repräsentiert durch den Fürsten Hermann Familienvertrags vom 21. April 1860 und Erbteilungsvergleichs vom 23. Okt. 1863 das Fürstentum H.Langenburg und die Grafschaft Gleichen besitzt. sentiert durch den Fürsten Hugovon Hohenlohe-Ohringen (s. d.). Sein Oheim, Prinz Adolf von H.⸗Ingelfingen, geb. 29. Jan. 1797 zu Breslau, Besitzer von Koschentin im schles. Regierungsbezirk Oppeln, preuß. General der Kavallerie, Chef des 23. Landwehrregiments, früher Mitglied des preuß. Staatsrats, seit 12. Okt. 1854 des preuß. Herrenhauses, das ihn zum Präsidenten erwählte, stand vom 18. März bis 23. Sept. 1862 als Ministerpräsident an der Spitze des preuß. Kabinetts und starb 24. April 1873 zu Koschentin, worauf ihm sein ältester Sohn, Prinz Karl von H.⸗-Ingelfingen, geb. 19. Nov. 1820, succedierte. Derselbe ist Mitglied des preuß. Abgeordnetenhauses und vertrat 1874 — 76 den Wahlkreis Lublinitz-Gleiwitz im Deutschen Reichstag. 3) Die Linie H.⸗Kirchberg, die mit dem Fürsten Karl (geb. 2. Nov. 1780), württemb. Generallieutenant, 16. Dez. 1861 erloschen ist. Die zweite Hauptlinie, 5. Waldenburg, welche sich zur kath. Kirche bekennt und in der 1754 der Phönixorden gestiftet wurde, der noch gegenwärtig an Familienglieder vergeben wird, teilte sich in wei Zweige: 1) H.⸗Waldenburg-⸗Bartenstein, welchem Zweige der Fürst Ludwig Aloysius von H. (geb. 18. Aug. 1765) angehörte. Derselbe war ein entschiedener Gegner Napoleons und trat nach dessen Falle 1814 in franz. Dienste. Als Generallieutenant und Kommandeur eines von ihm geworbenen und nach ihm benannten Regiments beteiligte er sich am span. Rar uge von 1823, nach dessen Beendigung er zum arschall und Pair erhoben wurde. Er starb 31. Mai 1829. Schon 1806 hatte er das Fürstentum H.⸗Bartenstein (385 akm) seinem Sohne Karl August Theodor (geb. 9. Juni 1788) cediert. Mit letzterm erlosch 1844 die Linie H.⸗Bartenstein, deren Besitz dann an die Nebenlinie H.⸗Bartenstein-Jagstberg kam. Dieselbe wird repräsentiert durch Fürst Albert, geb. 22. Nov. 1842, welcher unter Vormundschaft seinem Vater, dem Fürsten Ludwig zu H.⸗Bartenstein und Jagstberg (geb. 5. Juni 1802, gest. 22. Aug. 1850) in dem Fürstentume H.Jagstberg succedierte, während der ältere Sohn des letztgenannten, Fürst Karl (geb. 2. Juli 1837), vermöge hausgesetzlicher Bestimmungen unter Vormundschaft in dem Fürstentume H.⸗Bartenstein folgte. Nach dessen am 23. Mai 1877 erfolgten Tode folgte ihm sein Sohn, Fürst Johannes, geb. 20. Aug. 1863. 2) Die Linie H.⸗Waldenburg-Schillingsfürst, welche sich mit den Brüdern Karl Albrecht (gest. 15. Juni 1843) und Franz Joseph (gest. 14. Jan. 1841) in zwei Zweige teilte. Der erstere, auf Kupferzell im Württembergischen, wird repräsentiert durch den Fürsten Friedrich Karl von H.⸗Waldenburg-Schillingsfürst, geb. 5. Mai 1814 zu Stuttgart, Senior des fürstl. Gesamthauses H. und als solcher Erb-Reichsmarschall des Königreichs Württemberg, Generallieutenant und Generaladjutant des Kaisers von Rußland. Derselbe hat sich litterarisch durch zahlreiche vorzügliche sphragistische und heraldische Arbeiten bekannt gemacht, unter welchen besonders zu nennen sind: „Der sächs. Rautenkranzo (Stuttg. 1863), «Zur Geschichte des heraldischen Doppeladlerso (Stuttg. 1871) u. s. w. Der zweite Zweig, auf Schillingsfürst unter bayr. Hoheit, wird vertreten durch den Fürsten Chlodwig uHohenlohe-Schillingsfürst(s.d.), geb.31. März 1819, bayr. erblicher Reichsrat, Kron-Oberstkämmerer und Botschafter des Deutschen Reichs in Paris. Er erbte mit seinem ältern Bruder Victor (geb. 10. Febr. 1818) von dem letzten Landgrafen Victor Amadeus von Hessen-Rheinfels-Rotenburg 1834 das Herzogtum Ratibor, das Fürstentum Korvei, die Herrschaft Treffurt u. s. w., worauf Victor vom König von Preußen 1840 zum Herzog, Chlodwig aber zum Prin97 zu Ratibor und Korvei ernannt ward. Von en übrigen Brüdern ist Prinz Gustav zu Hohenlohe-Schillingsfürst (s. d.), geb. 26. Febr. 1823, seit 1866 Kardinal, während Prinz Konstantin, geb. 8. Sept. 1828, als Feldmarschalllieutenant und erster Oberhofmeister des Kaisers von Ssterreich zu Wien lebt. Fürst zu), preuß. General, geb. 31. Jan. 1746, nahm 1767 preuß. Dienste und wurde 1788 Oberst. Im Kriege gegen die Franzosen befehligte er 1792 die Vorhut und als Generallieutenant eine Division, an deren Spitze er sich 1793 bei Pirmasens und bei der Erstürmung der Weißenburger Linien auszeichnete. Im J. 1794 errang er einen glänzenden Sieg bei Kaiserslautern; nach dem Frieden von Basel erhielt er den Oberbefehl des Neutralitätskordons an der Ems. da demselben Jahre folgte er seinem verstorbenen Vater als Fürst von H. in der Regierung; 1800 wurde er General der Infanterie und 1801 Statthalter der fränk. Fürstentümer, dann Generalinspekteur der breslauer Destancen-Durch das Aussterben der Linie Hohenlohe Langenburg-Ohringen erbte er 1805 deren Besitzungen. Bei dem Vorrücken der Preußen gegen Franken 1805 befehligte er ein Korps zwischen der Saale und dem Thüringerwalde, und im Kriege von 1806 den Heeresteil, zu welchem die Sachsen stießen. Seine Vorhut unter dem Prinzen Louis Ferdinand von Preußen wurde bei Saalfeld 10. Okt., er selbst 14. Okt. bei Jena (s. d.) geschlagen. An demselben Tage war der Dern Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig bei Auerstädt tödlich verwundet worden. H. erhielt den Oberbefehl und 80 die Trümmer des preuß. Heers, die sich bei Magdeburg gesammelt hatten, der Oder zu. Auf diesem Rückzuge hielt sich Blücher mit seinem Korps entfernter von ihm, als bestimmt war, und wurde daher nicht mit in die Katastrophe von Prenzlau verwickelt. Hier nämlich kapitulierte der Fürst 28. Okt. 1806 mit burche allerdings noch 17000 Mann starken, aber urch Märsche und Mangel abgematteten Heer, nahm bald darauf seine Entlassung und zog sich, da er schon im Aug. 1806 die Regierung seines inwischen mediatisierten Fürstentums seinem Sohne August übergeben hatte, auf seine Güter nach Schlesien zurück; später mußte er seinen Aufenthalt in Frankreich nehmen. H. kehrte erst 1813 nach Deutschand zurück, ohne indes am Befreiungskriege teilzunehmen, und lebte ausel wieder auf seinem Gute Slawentzitz bei Kosel in Schlesien, wo er 15. Febr. 1818 starb.