FeedHolzbranntwein
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Holzbranntwein hat man die spirituöse Flüssigkeit genannt, welche man früher aus 995 darstellen wollte. Zu diesem Behufe wurde Holz mit verdünnter Schwefelsäure gelo ht, wobei gewisse Bestandteile des Holzes in Zucker verwandelt werden, während angeblich für die Papierfabrikation taugliche Cellulose zurückbleibt. Die zuckerhaltige Flüssigkeit sollte, mit Kreide neutralisiert, in Gärung versetzt werden und dann durch Destillation in Spiritus, resp. Holzbranntwein verwandelt werden. Das Hauptprodukt dieser Industrie war die Cellulose, der H. Nebenprodukt. Da aber die mit Schwefelsäure dargestellte Holzfaser keine reine Cellulose ist und sich für die Papierfabrikation als unbrauchbar erwiesen hat, so ist der beabsichtigte Industriezweig nach kostspieligen Versuchen zu Grunde gegangen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 353Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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