Höllenmaschine (frz. machine infernale) ist eine der Waffen⸗ oder der Sprengtechnik entnommene, verbrecherischen Absichten dienende Vorrichtung, um in größerm Maßstabe und auf hinterlistige Weise Personen aus der Welt zu schaffen oder sonst Zertörungen vorzunehmen. Die mächtige Wirkung er neuern Explosivstoffe, wie namentlich der Schießbaumwolle und des Dynamits, werden in unheilvoller Weise zur Herstellung von H. ausgebeutet. Attentate dieser Art sind in neuester Zeit besonders in Rußland und England, aber auch an andern Orten an der 36uberDe2 Nur durch internationale Gesetze über die Anfertigung und den Vertrieb von Sprengstoffen kann dem gesteuert werden. Das Deutsche Reich ist mit einem »Gesetz gegen den verbrecherischen und gemeingefährlichen Gebrauch von Sprengstoffeno Mai 1884 vorange-Artenta Die Bezeichnung H. kommt zuerst bei dem ttentat auf Konsul Napoleon Bonaparte (24. Dez. 1800) vor. Die H. Fieschis (s. d.), welche gegen das Leben Ludwig Philipps, Königs der 822· Gew erichtet war (28. Juli 1835), war aus 22 Gewehrläufen hergestellt. Ein Nordamerikaner Thomas benutzte zuerst das Dynamit zu einer H., um ein Dampfschiff, welches in betrügerischer Weise hochversicherte Waren führte, auf offener See zu vernichten. Seine eigentliche Absicht wurde durch eine zu früh aber d Explosion vereitelt, die den Verbrecher selber, aber auch viele unschuldige Opfer in das Verderben zog (Bremerhaven, 11. Dez. 1875). Auf der Ausdrmt ittel, wie z. B. die Torpedos, wird der Ausdruck H. nicht angewandt. öllenstein (Lapis infernalis) ist geschmolzenes und in Stangenform gegossenes salpetersaures Silber, das in dieser Form in der Heilkunde zum AÄtzen verwendet wird. (S. u. Silberl-Verbindungen!.)