FeedHonoria (Justa Grata)
GeschichteBrockhaus 1882

Honoria (Justa Grata), die Nichte des röm. Kaisers Honorius, war die Tochter der 417 n. Chr. mit dem General Constantius vermählten Prinzessin Placidia und die Schwester des spätern Kaisers Valentinian III. Da ihre herrschsüchtige Mutter als Regentin ihr frühzeitig den Rang einer Augustav erteilt hatte, um eine der Mutter unbequeme Ehe zu erschweren, so ergab sich die schöne und leidenschaftliche H. ihrem Kammerherrn Eugenius, und wurde, als dieses Verhältnis Folgen hatte, 434 nach Konstantinopel an den Hof ihrer sittenstrengen Base, der Regentin Pulcheria, verbannt. Hier nahm H. die Gelegenheit wahr, eine der verschiedenen Gesandtschaften (seit 440) des Hunnenchans Attila zu benutzen, um diesem einen Ring zu senden und sich als Gattin anzutragen. Als 450 n. Chr. Attila von Valentinian III. die Auslieferung der H. verlangte und mit ihrer Hand roßartige Forderungen auf Kosten des Römischen eichs erhob, wurde H. nach Ravenna geführt, zur Scheinehe mit einem Hofbeamten genötigt und zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 384Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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