Hormizdas IV.579—591), Sohn des größten Perserkönigs, Khosrew Anuschirwan, und der Tochter eines Türkenchans, daher Turkzend, Türkensohn genannt, wegen seiner Thatkraft, seiner Grausamkeit und seines furchtbar tragischen Endes der bekannteste von allen, war ein Mann von geistiger Begabung und großer Thatkraft, aber ohne sittlichen Wert. Um einen Krieg mit Byzanz hervorzurufen, zeigte er dem Kaiser Tiberius II. seine Thronbesteigung nicht an, und sc mit wechselndem Glück gegen die Oströmer, die schon bei Circesium über den Euphrat gedrungen waren (580). Nachdem sein Lehrer und Ratgeber Buzurg-Mihr gestorben, ließ er seinen Leidenschaften die Zügel schießen und wütete gegen die Großen und Weisen seines Reichs mit unerhörter Grausamkeit, von denen er ohne jede Ursache viele töten und in den Tigris werfen ließ. Der General des Kaisers Mauritius, Philippicus, schlug die Perser (588), doch hatte vorher Bahram-Tschubin, ein Abkömmling der Arsaciden, glücklich gegen die Türken Hrall der Dieser General rief 591, nach dem Abfall der Chazaren und Alanen, eine Empörung hervor, die so unglücklich endete, daß die Mutter des H. in Stücke gehauen, er selbst ins Gefängnis geworfen und geblendet wurde. Sein 6 Khosrew wurde als König ausgerufen, doch Bahram wollte den Aufstand für sich benutzen und regierte, wie Münzen aus seinem ersten Jahre zeigen, wirklich. Khosrew, bei Naharwan geschlagen, mußte zu den Griechen flüchten, nachdem er der Sage nach vor seiner Flucht den Usurpator gebeten hatte, seinen blinden Vater im Gefängnis zu erschlagen. Es gibt von H. IV. Münzen aus allen, selbst aus seinem 13. Jahre (592). Ein anderer H., Sohn H. II. und älterer Bruder des Shapur II., floh zu den Römern und begleitete Kaiser Julian auf dessen Zug gegen sein Vaterland.