FeedHermenegild
GeschichteBrockhaus 1882

Hermenegild, Sohn des span., seit 572 n. Chr. regierenden Westgotenkönigs Leovigild. Schon seit 573 Mitregent des Vaters, heiratete H. 580 die fränk. Prinzessin Brunehil (Tochter des Königs Siegbert und der Brunehilde), und wurde durch diese bestimmt, zum Katholizismus überzutreten. Dadurch wurde H. sofort Mittelpunkt aller kath. Gegner seines arianischen Vaters; ein erheblicher Teil des Landes fiel ihm zu. Allein H. war der Klugheit seines Vaters nicht gewachsen, der auf der einen Seite die gefährlichen kath. Bischöfe aus dem Lande vertrieb, andererseits durch versöhnliches Auftreten den Abfall des kath. Volks zum Stehen brachte. Als Leovigild dann die Basken geschlagen, Sevilla eingeschlossen und die Streitkräfte des H. zu Hilfe ziehenden Suevenkönigs Miro zersprengt hatte, mußte H. und Ingunthis zu den Byzantinern nach Cordoba flüchten. Als auch diese Stadt unhaltbar wurde, suchte H. das Asyl einer Kirche und wurde als Privatmann und der Thronrechte beraubt nach Valencia verbannt. Vielleicht auf Grund neuer religiöser Konflikte wurde er dann am Ostersonntag (13. April) 585 zu Tarraco enthauptet. Ingunthis starb auf dem Wege nach Konstantinopel. Auf Philipps II. Bitte sprach nachmals Papst Sixtus V. den H. heilig.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 148Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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