Jezdegerd I., der gewöhnlich als Sohn Behrams IV. angeführt wird. Er regierte von 399 bis 420; selten ist ein Fürst verschiedener beurteilt worden. Die Perser nennen ihn Bezehkar, die Araber el-athim, d. h. den Bösewicht, und verdammen ihn als einen gottlosen, unzüchtigen und grausamen Herrscher. Dagegen sind die christl. Autoren seines Lobes voll und schildern ihn als einen gerechten und milden Fürsten; Kaiser Arcadius soll ihn sogar mit der Vormundschaft seines Sohnes Theodosius II. betraut und letzterer einen 100jährigen Frieden mit ihm geschlossen haben. Da der Bischof Maruthas von Martyriopolis ihn von einem Kopfleiden heilte, soll er ein Freund der Christen gewesen sein; Synoden wurden sogar in seinen Hauptstädten 0 abael (399) und Modain, wohl Coche (Fedr. 410), abgehalten. Da soll gegen Ende seiner Regierung christl. Fanatismus, namentlich die unverantwortliche Zerstörung eines Feuertempels durch den Bischof Abdas oder Audas von Ahvaz (Susiana), den J. veranlaßt haben, sich den Christenverfolgungen nicht zu widersetzen, welche unter seinem Sohn Behram V. Gur fortdauernd wüteten. Er soll durch den Schlag eines ungebändigten Rosses getötet worden sein.