FeedHorugewebe
NaturlehreBrockhaus 1882

Horugewebe (Tela cornea) sind stets Produkte des obern Keimblattes; sie sind hart, trocken und oft sehr elastisch. Als ihre chem. Grundlage ist ein besonders umgewandelter Eiweißstoff, das Keratin, anzusehen. Da die H. stets nur eine Bedeutung als ane eieene Bewesg „so empfinden sie nicht, haben keine eigene Bewegung und ermangeln der Blutdase und Nerven, haben aber von allen Geweben höchste Regenerationsvermögen. (S. unter Regeneration.) H. sind namentlich bei Wirbeltieren weit verbreitet und finden sich als Haare, Borsten, Stacheln, Schuppen, Schilder, Überzüge von Schnäbeln, Hörnern, Geweihen, als Barten im Maul der Walfische u. s. w. (Weiteres s. unter Körperbedeckung der Tiere.) Hornhant, s. unter Auge, Bd. II, S. 197. Hornhautflecke (des Auges) sind die nach Wunden, Geschwürsbildungen und Entzündungen der Hornhaut zurückbleibenden Narben und Trübungen des Hornhautgewebes, die entweder die ganze Hornhaut überziehen oder nur einen Teil derselben einnehmen, vollständig dicht und undurchchtig oder mehr oder weniger durchscheinend sein tönnen und je nach ihrer Größe und Sättigung, insbesondere nach ihrer Lage im Verhältnis zur Pupille die Sehkraft mehr oder minder beeinträchtigen, namentlich dann, wenn sich gleichzeitig eine unregelmäßige Krümmung der Hornhautoberfläche ausgebildet hat (unregelmäßiger Astigmatismus). Bis zu einem gewissen Grade sind die H., besonders im Kindesalter, einer Rückbildung fähig und somit einer Behandlung zugänglich. Bei den stationären H. läßt sich Ruche durch pupillenerweiternde Mittel oder künstliche Pupillenbildung eine erhebliche Besserung des Gesichts erzielen. Hornhechte (Belone), ein Geschlecht der Scomberesociden, dessen zu einem Schnabel verlängerte Kiefern mit langen, kegelförmigen Zähnen versehen sind. Die Gräten der H. sind merkwürdigerweise grun und es rührt daher ein ziemlich allgemeines Vorurteil gegen diese, in allen europ. Meeren häufigen Fische als Nahrungsmittel. Hornheim, Privatirrenanstalt bei Kiel. Hornig (eigentlich Hörnik, Michael), wend. Philolog und Schriftsteller, geb. 1. Sept. 1833 Räckelwitz (sächs. Oberlausitz), studierte in Prag heologie .Gen slaw. Sprachwissenschaft, ward 1856 kathol. Geistlicher in Bautzen und ist seit 1871 Pfarrer daselbst. Seine zahlreichen Arbeiten über das ältere heimatliche Schrifttum, über die Schriftsprache und Orthographie, aych Volksliedersammlungen sind besonders im „Casopis v (Zeitschrift) der Wendischen litterarischen Gesellschaft (Maéica in Bautzen gedruckt, dessen Redacteur er auch seit 1868 ist. Ferner war er neben Pfuhl und Seiler Bearbeiter des „Wend. Wörterbuchs» (Bautzen 1866), verfaßte mit dem Polen Wilh. Boguskawsti eine 4 Geschichte des wend. Volkes » (4Historije serbskeho narodav, Bautzen 1884), gründete 1865 für seine kathol. Landsleute den Bücherverein Cy rill und Methodo, schrieb Volks⸗ und Schulbücher redigierte einige Dobor die Zeitschriften Lukiban Hornisgrinde oder Hornisgründ, in Würt temberg Katzenkopf genannt, der 1166 m hohe höchst Gipfel des nördl. Schwarzwaldes, in 48 36“ 30• nördl. Br., auf der Grenze von Baden und Württemberg, wo die zur Murg gehende Biberach entspringt, mit einem Signalturm, gewährt eine weite Aussicht. Südlich von der H. liegt der Mummelsee. Hornisieren (des Kautschuks), s. u. Gummiwarenfabrikation. Hornisse (Vespa Crabro) nennt man eine Art der Wespen, welche sich schon durch ihre Größe auszeichnet, indem sie 30—35 mm lang ist. Die Fühler, Schildchen und Kopf sind braunrot, der Thorax nur am Vorderrande und in der Mitte, der Hinterleib am Grunde braunrot, die letzten Hinterleibringe gelb, am Vorderrande schwarz mit zwei bis drei nach hinten auslaufenden Punkten. Die H., welche ihr papierartiges, aus zerschrotenen Holzsplittern auern anlegen, können mit ihrem Giftstachel sehr heftig verwunden und eine sehr bedeutende Geschwulst erregen, gegen welche man Salmiakgeist, geriebene Kartoffeln, Baumöl oder Bleiessig anwendet. Sie schaden jungen Baumpflanzungen, besonders Eschen, durch Abnagen der Rinde, verzehren aber auch andere Insekten und saugen reife Weinbeeren aus. Man vertilgt sie am besten durch Ausschwefeln der Nester am frühen Morgen, bevor die H. visseuschn sind. Hornissenschwärmer, s. Glasschwärmer. Hornist, bei den Fußtruppen zu den Spielleuten gehörig, hat die Aufgabe, auf dem Signalhorn die vorgeschriebenen Signale zu blasen, ähnlich wie der Trompeter bei den berittenen Waffen die Trompetensignale zu geben hat. Hornjaken oder Hornaken, die slowak. Bewohner der Gebirgslandschaften im nordwestl. Ungarn, welche als Kesselflicker, Drahtstricker u. s. w. umherwandern.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 403Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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