Houtman (Cornelis), Begründer des holländ. Handelsverkehrs mit Ostindien, geb. zu Gouda um die Mitte des 16. Jahrh., lebte in den letzten Decennien desselben als Kaufmann in Lissabon, wo er sich bemühte, alles, was auf die Fahrt der Portugiesen nach Ostindien Bezug hatte, genau kennen zu lernen. Hierdurch erregte er den Argwohn der span. Behörden und ward zu einer Geldbuße verurteilt, die er nicht zu entrichten vermochte und deshalb in das Gefängnis kam. Kaufleute aus Amsterdam retteten ihn aus dieser Verlegenheit. Aus Dankbarkeit hierfür teilte H. ihnen mit, was er über die Fahrt nach Ostindien in Erfahrung gebracht, und beredete sie zu einer eigenen Unternehmung dorthin. Diese kam auch zu Stande und H. machte als Supercargo und Wegweiser die erste Reise der Holländer nach Ostindien mit, speziell nach Java, die unter dem Befehl von Jan Janszoon Molenaer mit vier Schiffen 1595—97 stattfand. Im J. 1598 fand eine zweite Unternehmung von Holland nach Ostindien unter dem Befehl von Cornelis H. und dessen Bruder Frederik H. statt. Die Schiffe kamen auch nach Atschin auf Sumatra, wo aber infolge eines Zerwürfnisses mit den Eingeborenen viele Holländer ermordet oder gefangen genommen wurden. Unter diesen letztern befanden sich die Brüder H. Frederik H. erlangte später seine Freiheit wieder, Cornelis H. aber blieb Gefangener. Der erste Pilot der Expedition, ein Engländer John Dawis, führte die Schiffe nach Holland zurück. Im Nov. 1600 kamen wieder holländ. Schiffe unter Befehl von Paulus van Caarden nach Atschin. Diesem zeigte sich 31. Dez. 1600 ganz unerwartet der adh Hulow Cornelis H., verweigerte aber, mit nach olland zurückzukehren. Seitdem wurde nichts mehr von ihm vernommen. Frederik H. dagegen erscheint im J. 1607 als Gouverneur von Amboina wieder. Er ist auch Verfasser des ersten Wörterbuchs der malaiischen Sprache, welches 1604 in Amsterdam unter dem Titel erschien: aSpraak ende Woordbook in de maleische ende madegarsche talen mit veel arabische en türksche woorden. v Honwald (Christoph Ernst, Freiherr von), dramatischer Dichter, geb. 28. Nov. 1778 zu Straupitz in der Niederlausitz, wurde im Hause seines Vaters, welcher Besitzer dieser Herrschaft war, unterrichtet, bis er 1793 auf das Pädagogium nach Halle kam: dort studierte er 1799 Kameralwissenschaften und lebte im engsten Verkehr mit dem jüngern Contessa, dessen Freundschaft auf sein ganzes Leben von großem Einfluß war. Nach der Rückkehr von der Universität widmete er sich dem ständischen Dienste seiner Provinz, bis er sich 1815 auf sein Landgut Sellendorf zurückzog, wo eine Reihe von Jahren Contessa bei ihm lebte. Nachdem er 1821 von den niederlausitzischen Landständen zum Landsyndikus erwählt worden, lebte er zu Neuhaus bei Lübben, wo er 28. Jan. 1845 starb. H. hatte früher unter den Namen Ernst und Waluhdo (einem Anagramm seines Namens) einige Dichtungen in Zeitschriften und Sammlungen verder Dicht wandte sich aber erst seit 1815 entschieden der Dichtkunst zu. Seinen von Contessa herausgegebenen Erzählungen «Romantische Accordey (2 Bochn., Berl. 1817fg.) folgte das Buch für Kinder gebildeter Ständer (3 Bde., Lpz. 1819—24; neue Ausg., Lpz. 1869). Außer den kleinern tragisch-dramatischen Dichtungen: Die Freistatto und „Die Heimkehro, ließ er seit 1821 Das Bildo, „Der Leuchtturmo und «Fluch und Segenv erscheinen, welche seinen Ruf begründeten; ferner das Gelegenheitsstück Der Fürst und der Bürgero (Opz. 1823) und die Trauerspiele „Die Feinder (Lpz. 1825) und (Die Seeräubero (Lpz. 1830). Außerdem sind zu erwähnen seine Vermischten Schriftend (2 Bde., Lpz. 1825) und die „Bilder für die Jugende (3Bde., Lpz. 1829—32; neue Ausg., Stuttg. 1874). Eine Gesamtausgabe seiner Werke erschien in 5 Bänden (Stuttg. 1858 -60).