Hutter (Leonhard), streng luth. Theolog, geb. in dem Dorfe Nellingen bei Ulm im Jan. 1563, studierte seit 1581 zehn Jahre lang in Straßburg, besuchte darauf die Universitäten zu Leipzig, eidelberg und Jena, begann 1594 in Jena thio Vorlesungen zu halten, folgte aber 1596 einem Ruf nach Wittenberg, wo er 23. Okt. 1616 starb. H. ist einer der entschiedensten und einflußreichsten Vertreter der nelr aun Busvruck wie sie in der Konkordienformel zum Ausdruck gebracht ist. Sein „Compendium locorum theologicorum ex scripturis sacris et libro Concordiae collectum (Wittenb. 1610, neuester Abdruck von Twesten, 2.Aufl., Berl. 1863) ward auf Befehl Kurfürst Christians II. verfaßt und als Lehrbuch auf den Gymnasien benutzt. Es ruht ebenso auf der Konkordienformel, wie die „Loci communes theologicid (Wittenb. 1610). Gegen den Calvinismus erließ H. mehrere heftige Streitschriften. Die wichtigste ist die «Concordia concorso (Wittenb. 1614), welche er der „Concordia discorso (1607) Hospinians entgegenstellte. Der Übertritt des Kurfürsten Johann Sigismund von Brandenburg zur reform. Kirche (1613) veranlaßte H. zu der Schrift „Calvinista Aulo-Politicus altero (Wittenb. 1614).