FeedHübsch (Heinr.)
BaukunstBrockhaus 1882

Hübsch (Heinr.), namhafter Baumeister, geb. 9. Febr. 1795 zu Weinheim, studierte zuerst Philosophie, wendete sich aber dann der Baukunst zu. Er besuchte deshalb die Bauschule in Karlsruhe, unternahm zu seiner weitern Ausbildung eine Reise nach Italien, Griechenland und Konstantinopel und lebte dann mehrere Jahre in Rom. Im J. 1827 wurde H. Architekt der Residenz Karlsruhe und Mitglied der Baukommission, 1829 Baurat, 1831 Oberbaurat, 1842 Baudirektor und später Oberbaudirektor. Auch leitete er längere Zeit die Bauschule am Polytechnischen Institut zu Karlsruhe. H. neigte sich vorzugsweise dem Rundbogenstil zu und ward für Baden der Begründer einer neuen Epoche im Baufach. In Kar Sruhe selbst wurden von ihm das Gebäude des Finanzministeriums, das Polytechnische Institut, die Kunsthalle, das Hoftheater, das Gebäude im botan. Garten ausgeführt. Hieran reihen sich die Zollhäuser und der reihafen in Mannheim, die kath. Kirchen zu Bulach, tahringen, Rottweil, Waitzen u. s. w. Die neue Trinkhalle und das Theater in Baden-Baden sind ebenfalls nach den Entwürfen H.s ausgeführt. Seine letzten größern Arbeiten waren die Wiederherstellung der Hauptfaçade des Kaiserdoms zu Speier und die Pfarrkirche zu Ludwigshafen. Seine Kunstprinzipien entwickelte er in den Schriften: „In welchem Stile sollen wir hauen 25 (Karlsr. 1828) und Die Architektur und ihr Verhältnis zur heutigen Malerei und Skulptur (Stuttg. u. Tüb. 1847). über einen Teil der von ihm ausgeführten Bauten berichtete er in Bauwerkev (Karlsr. 1838 fg.; neue Folge 1852 fg.); ferner schrieb er: „Die alichristl. Kirchen nach den Baudenkmalen und ältern Beschreibungen » (Karlsr. 1859—63). H. starb zu Karlsruhe 3. April 1863.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 427Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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