FeedHübner (Rud. Jul. Benno)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Hübner (Rud. Jul. Benno), Historienmaler, geb. zu Oels in Schlesien 27. Jan. 1806, begann seine Kunststudien w1821 in Berlin unter der Leitung W. Schadows, welchem er 1826 nach Düsseldorf folgte. Noch in Berlin war er mit seinem ersten Bilde: Boas und Ruth, aufgetreten. Von Düsseldorf aus lieferte er zuerst 1828 den Fischer (nach Goethes Ballade) und die berühmte Scene aus Ariosto: Roland, der die Prinzessin Isabella aus der Räuberhöhle befreit (von Keller en 2 Während einer Reise in Italien malte er den A schied der Naemi (1833, in der Nationalgalerie zu Berlin). Eine neue, noch kräftigere Entwickelung bezeichnen sein Simson, der die Säulen einreißt, und ein treffliches Altarblatt: Christus und die Evangelisten (1835), in der Kirche zu Meseritz. Von H.s folgenden Bildern zeichnen sich besonders aus: Luede und seine Freunde, das Liebespaar des Hohen iedes, das Goldene Zeitalter, Christus an der Säule, die im Walde schlafenden Kinder und ihre Schutzengel, Felicitas und der Schlaf, aus Tiecks „(Octavianus v (1842, jetzt im Städelschen Institut zu Frankfurt). Zu dem Fenster der Kapelle auf dem Weinberge des Königs von Sachsen lieferte H. anmutige Kartons, die Scheinert in Meißen vortrefflich ausführte. Für den Römersaal in Frankfurt a. M. malte H. das Bildnis von Kaiser Friedrich III. Für den Altar der Stadtkirche zu Meißen malte er einen auf Wolken stehenden Christus, eine Auferstehung für die Kirche zu Dommitzsch. Ein schönes, von der dresdener Galerie angekauftes Bild: das Goldene Zeitalter (fünf Knabengestalten in f½½ Landschaft), das er 1851 zu Brüssel austellte, brachte ihm von dort die große goldene Meaille. Unter seinen spätern Werken sind hervorzuheben eine Reihe von Kartons zu Glasgemälden für die Dominikanerkirche in Krakau, für die Krypta der Kathedrale von Glasgow und die neue Kirche von Oschatz; von Olbildern: Karl V. in San-Puste und Friedrich d. Gr. in Sanssouci. Seine 1866 vollendete Disputation Luthers mit Eck befindet sich in der dresdener Galerie. Von seinen Amaneudn ist zu erwähnen: das Albumblatt für önig Ludwig, eine Figur der Germania, voll Schmerz am Boden liegend, mit der vom Haupte gefallenen Krone; eine Originalradierung davon auf Stahl mit Tondruck wurde zum Besten der Schleswig-Holsteiner verkauft. Litterarisch hat sich H. durch das „Verzeichnis der königl. Gemäldegalerie zu Dresden »(Dresd. 1856; 5. Aufl. 1884) und das «Bilderbrevier der dresdener Galeriey (Dresd. 1857—59) bekannt gemacht. Von seinen dichterischen Produktionen sind zu nennen: « Helldunkel. Sonette und Lieder (Braunschw. 1871) und «Zeitspiegeb' (Dresd. 1871). H. lebte seit 1839 in Dresden und war seit 1841 Professor an der dortigen Akademie. Im J. 1871 wurde er zum Direktor der königl. Gemäldegalerie ernannt, welche Stellung er bis zu seinem, 7. Nov. 1882 in Loschwitz bei Dresden erfolgten Tode innehatte. Sein Sohn Hans H., geb. 13. Okt. 1837, ord. Professor der Chemie und Direktor des chem. Laboratoriums zu Göttingen, starb 14. Juli 1884.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 427Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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