Huflattich (Tussilago farfara), eine zu den Kompositen gehörige Pflanze, welche in fast ganz Europa sehr häufig auf thonigem und thonig-sandigem Boden wild wächst und seit alter Zeit für ein Mittel gegen allerhand Brustleiden, insbesondere Husten und Lungenschwindsucht, gilt. Die Pflanze treibt aus ihrem fleischigen, vielköpfigen Wurzelstocke im ersten Frühling büschelförmig stehende, blattlose, hohle, weißfilzige, mit grünlichen Schuppen besetzte Stengel von 10 bis 20 em Höhe, welche ein aufrechtes, nach der Blütezeit nickendes Blütenkörbchen mit Buten zweireihiger Hülle und zahlreichen goldgelben lüten tragen, von denen die peripherischen (weiblichen) schmal zungenförmig gestaltet sind. Die kleinen Früchte haben eine Haarkrone. Nach der Blütezeit entwickeln sich die Blätter, welche alle grundständig, langgestielt, herz-eiförmig und unregelmäßig buchtig gezähnt sind. Sie haben eine weiche Textur, oberseits eine dunkelgrüne Farbe, unterseits anfangs einen spinnwebartigen Filzüberzug. Alle Teile der Pflanze, besonders Blätter und Wurzelstock, enthalten Bitterstoff, Gummi und Schleim, weshalb sich der H. als Stärkungs- und Beruhigungsmittel bei katarrhalischen Affektionen der Schleimhäute eignet. Die Blätter sind als Folia farfarae offizinell, werden aber fast nur noch als Zusatz zu sog. Brustthee angewendet. Das Volk hält noch viel auf diese Pflanze, welche übrigens auf thonigem Boden oft als ein sehr lästiges und schwer ausrottbares Unkraut auftritt. Mit dem Namen H. (großer H.) wird oft auch die Pestwurz (s. Petasites) belegt.