FeedHug (Joh. Leonhard)
ReligionBrockhaus 1882

Hug (Joh. Leonhard), kath. Theolog, geb. 1. Juni 1765 zu Konstanz, studierte zu Freiburg i. Br., wurde 1789 Priester, 1791 Professor der Theologie zu Freiburg, wo er 11. März 1846 starb. Mit großer Gelehrsamkeit und Unbefangenheit untersuchte er die Entstehung des neutestamentlichen Kanon historisch in der Einleitung in die Schriften des Neuen Testamentso (Freiburg 1808; 4. Aufl. 1847). Ferner schrieb er: Die Erfindung der Buchstabenschriftdo (Ulm 1801), Untersuchungen über den Mythus der berühmten Völker der Alten Welto (Freiburg 1812), Das Hohe Lied in einer noch unversuchten Deutunge (Freiburg 1813). ö Hiig., bei naturwissenschaftlichen Namen Abheir vo * Hügel (Karl Alexander Anselm, Freierr von). Hugdietrich, Heldeiner Dichtung des 13.Jahrh., die in mehrern Fassungen vorliegt. H. von Konstantinopel kommt als Mädchen verkleidet unter dem Namen Hildegund an den Hof des Königs Walgunt von Salneck (Thessalonich) und erzeugt mit der in einen Kerker eingeschlossenen Tochter des Königs, Hildburg, einen Sohn, der ausgesetzt und von den Wölfen gesäugt, in der Wildnis aufwächst, dann aber von einem Jäger entdeckt wird und den Namen Wolfdietrich bekommt. Das Gedicht, welches eine Einleitung und Vorgeschichte zum Wolfdietrich (s. d.) bildet, hatte damit seinen ursprünglichen Abschluß; eine Fortsetzung sucht es in Verbindung mit der Sage von Ortrut (s. d.) zu bringen, indem Ortrut Zins von H. verlangt. Das ältere Gedicht ist in Haupts Zeitschrift für deutsches Altertumo (Bd. 5) gedruckt, die jüngere Gestalt von Oechsle (Stuttg. 1834) herausgegeben. Noch sei die treffliche Erneuerung des Stoffs durch W. Hertz (Stuttg. 1863) erwähnt. Hügel (lalthochdeutsch hübel, hukil Diminutivform von houe — Anhöhe!, holländ. heuvel, niedersächs. hövel, engl. hill, hillock; isländ. hialle, schwed. hygel, holl; frz. colline) heißt jede über einer Ebene aufsteigende geringe, rundliche Erhebung; auch Bühel, Holm, Höcker, Brink genannt. Hügel, grauer, des Gehirns, s. unter Gehirn, Bd. VII, S. 661. Hügel Ernst Eugen, Freiherr von), württemb. General und Staatsminister, geb. zu Ludwigsburg 26. März 1774, war der Sohn des 1801 in den Reichsfreiherrenstand erhobenen württemb. Feldzeugmeisters Johann Andreas von H. (geb. 1734, gest. 1807), dessen edler Humanität Schubart in seinen (Gedichten aus dem Kerkero ein Denkmal gesetzt hat. H. trat 1785 in des Vaters 438 Hügel (Karl Alexander Anselm, Regiment, nahm teil an den Feldzügen 1792—1800, wurde 1806 Major und 1807 innerhalb sechs Monaten Oberstlieutenant, Oberst und Generalquartiermeister-Lieutenant. Bei dem Ausbruch des Kriegs von 1809 in das Hauptquartier Napoleons gesendet, wohnte er den Schlachten von Abensberg, Landshut, Eckmühl, Aspern und Wagram bei und kehrte als Generalmajor zurück. Im Feldzuge von 1812 führte H. bei Smolensk die 1. Infanteriebrigade und stürmte 17. und 18. Aug. die beiden Vorstädte am Dunjepr; bei Borodino eroberte er die Redoute des linken Flügels. Im Kriege von 1815 war H. Militärkommissar im Hauptquartier Wellingtons, nahm an der Schlacht bei Waterloo teil, zog dann mit in Paris ein und war während der Friedens-⸗ verhandlungen württemb. Gesandter bei den verbündeten Monarchen in Paris. Im J. 1816 wurde er Generallieutenant und Vizepräsident des Kriegsdepartements und nach dem Regierungsantritt des Königs Wilhelm 1817 Kriegsratspräsident. Im J. 1820 wurde er zum Mitglied der Kammer der Standesherren, 1829 zum Kriegsminister ernannt, 1842 in Ruhestand versetzt. Später zog er sich nach Kirchheim unter Teck zurück, wo er 30. März 1849 starb. Sein Sohn, Freiherr Karl von H., geb. 24. Mai 1805, war längere Zeit (Okt. 1855 bis Okt. 1864) württemb. Minister des königl. Hauses und der auswärtigen Angelegenheiten; er war ein eifriger Vertreter der mittelstaatlichen Politik und starb zu Stuttgart 29. Mai 1870.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 437Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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