Heinsius (Dan.), berühmter holländ. Philolog und Kritiker, geb. zu Gent 9. Juni 1580, Lieblingsschüler Jos. Scaligers, in Franeker und Leiden gebildet, wurde in seinem 25. Jahre Professor der Staatskunst und Geschichte in Leiden, dann Custos der Universitätsbibliothek und Sekretär der Universität, königl. Rat und Historiograph des Reichs. Er starb 25. Febr. 1655. Seine griech. und lat. Gedichte, ebenso seine histor. Schriften und Reden zeich— nen sich durch eine fließende und kräftige Sprache aus, und unter seinen Ausgaben der alten Klassiker sind die des Hesiod, Horaz, Virgil, Ovid, Terenz, des Tragikers Seneca und des Maximus Tyrius noch jetzt geschätzt. Außerdem schrieb er &Exercitationes sacrae ad N. T. libroso (Leid. 1639; Cambr. 1640). Sein Sohn, Nikolaus H., geb. zu Leiden 20. Juli 1620, gebildet unter der Aufsicht seines Vaters, unternahm viele wissenschaftliche Reisen nach England, Frankreich und Schweden, besonders aber nach Italien, wohin ihn die Königin Christine von Schweden sandte, bekleidete später die Stelle eines niederländ. Residenten zu Stockholm, brachte aber die letzten 10 Jahre seines Lebens in seinem Vaterlande zu und starb im Haag 7. Okt. 1681. Glücklich war er besonders in der kritischen Behandlung der röm. Dichter, von denen er den Viril, Ovid, Claudian, Silius Italicus und Valerius Flaccus herausgab. Zerstreute Anmerkungen über mehrere röm. Schriftsteller enthalten seine von P. Burmann dem Jüngern herausgegebenen Adversariorum libris (Harling. 1742).