Hyaeinthe (Pater, mit Familiennamen Charles Loyson), berühmter franz. Kanzelredner, geb. 10. März 1827 zu Orléans, wurde 1851 zum Priester geweiht, dann Professor der philos. Klasse am Großen Seminar zu Avignon und 1854 Lehrer der Dogmatik in Nantes. Auf seinen Wunsch jedoch ward ihm ein Vikariat an der Kirche zu St.⸗Sulpice übertragen, wo er zuerst seine glänzende Beredsamkeit bethätigte. Vier Jahre später in den Orden der Predigermönche (Dominikaner) zu Flavigny, dann in denjenigen der Karmeliter aufgenommen, trat er an verschiedenen Orten, zuletzt in Paris als gefeierter Kanzelredner auf, zu dessen hinreißenden Borträgen, zuerst in der Madeleinekirche, dann in Notre-Dame, besonders die höhern Gesellschaftsklassen der Kaiserstadt sich drängten. Noch größeres Aufsehen als seine glänzende Beredsamkeit machte der Freimut, mit dem er kirchliche Mißbräuche geißelte. Anfangs schützte ihn der Erzbischof Darboy gegen die Denunziationen der Jesuiten, bis (Juli 1869) nach seinem Auftreten in der Friedensliga der Ordensgeneral ihm Schweigen gebot. Darauf verzichtete H. (20. Sept. 1869) auf die Kanzel von Notre-Dame, trat aus dem Kloster und erhob als ein Prediger des Evangeliumso seine Stimme für eine gründliche Reform der Kirche. Die Kirche antwortete auf diesen Angriff mit der Exkommunikation. Nach Erklärung der päpstl. Unfehlbarkeit erließ H. Jan. 1871 einen Brief an die franz. Bischöfe, in dem er sie beschwor, ihre Streitigkeiten einzustellen, um vereint eine Reform der Kirche zu erstreben. Im April 1871 sandte H. ein aufmunterndes Schreiben an Döllinger, beteiligte sich am Altkatholikenkongreß in München (Sept. 1871), bezeichnete es jedoch noch Nov. 1871 als seine und Döllingers Absicht, mit sd Verwerfung des letzten Konzils als eines un⸗ u freien, in der Kirche bleiben zu wollen. Nach län-un germ Aufenthalt in Rom ging H. 1872 nach Genf, vermählte sich und las die Messe in franz. Sprache. Er wurde hierauf exkommuniziert, aber schon wenige Tage später ward er gemäß dem neuen schweiz. Kultusgesetz von der altkath. Gemeinde Genfs zum Pfarrer gewählt und 26. Okt. 1873 eingeführt. Während aber H. trotz aller Proteste der kath. Kirche durchaus ergeben blieb, kamen in seiner Gemeinde die entschieden freien Elemente immer mehr zur Herrschaft, sodaß der Bruch unvermeidlich ward. Im Aug. 1874 legte H. sein Pfarramt nieder, begab sich nach Paris zurück und eröffnete hier 9. Febr. 1879 die «gallikanische Kircher (der franz. Zweig des Altkatholizismus), welche jedoch nur ein geringes Wachstum aufzuzeigen hat.