Hygromẽter (grch., die Feuchtigkeitsmesser) sind physik. Instrumente, welche es ermöglichen, eine Kenntnis der Menge des in der Atmosphäre vorhandenen Wasserdampfes zu erlangen. Man kann biau drei Hauptarten unterscheiden: 1) solche, eren Zweck es ist, die absolute Menge des an einem bestimmten Ort in der Luft vorhandenen Wasserdampfes zu bestimmen; 2) 2— welche das Verhältnis des wirklich in der Luft gegenwärtigen Wasserdampfes angeben zu dem, welcher vorhanden sein könnte, bis ein Niederschlag erfolgen müßte, d. h. bis die Luft gesättigt wäre, und 3) solche, welche ursprünglich nur zu der Erkennung einer mehr oder weniger feuchten Luft bestimmt waren (Hygroskope), sich aber bei Anwendung der nötigen Vorsicht und bei ganz exakter Konstruktion auch als messende Instrumente verwenden lassen. Die erste Klasse wird gebildet durch diejenigen Instrumente, bei denen man Körper, welche mit großer Gier den Wasserdampf der Luft in sich aufnehmen (absorbieren), dazu benutzt, aus einer bestimmten Menge von atmosphärischer Luft die vorhandene Feuchtigkeit gänzlich aufzusaugen, und dann aus ihrer Gewichtszunahme die Menge des absorbierten Wasserdampfes bestimmt. Es sind dieses die Apparate von Brunner, Haegheus u. g., welche mit absoluter Schwefelsäure, Chlorcalcium, gebranntem Gips u. s. w. arbeiten. Zu den direkt nur relative Resultate gebenden H. gehören vornehmlich die von Daniel, Döbereiner und Körner, ebenso auch, obgleich auf einem andern Prinzip beruhend, das Psychrometer von August (wohl zuerst von Hutton konstruiert). Die erstern (in umstehenden Fig. 1 u. 14 dargestellt) gründen sich darauf, daß man in einem Gefäße die Temperatur so weit erniedrigt (durch Verdampfen von Ather oder der-Dei welch bis dasselbe eine Temperatur erreicht hat, ei welcher die in der umgebenden Luft vorhandenen Wasserdämpfe sich verdichten müßten, wenn die Luft diese Temperatur hätte. In nächster Nähe findet dieses aber thatsächlich statt und es erfolgt daher an den Wänden des Gefäßes ein tauartiger Niederschlag, zu dessen Sichtbarmachung z. B. ein um das Gefäß gelegter blanker vergoldeker Ring oder dergleichen benutzt wird. Beobachtet man nun die Temperatur, bei welcher dieser Niederschlag erfolgt (den sog. Taupunkt), so kann man vermittelst der auf andere Weise entworfenen Spannungstabellen des Wasserdampfes sowohl die relative als auch bei Berücksichtigung der eigentlichen Lufttemperatur die absolute Feuchtigkeit finden. Das Au gustsche Psychrometer besteht aus zwei empfindlichen Thermo nebeneinander aufgehängt sind und Kugel des einen mit einem feinen, gän Fig. 1. Daniellsches Hygrometer. a mit Ather zu befeuchtende Kugel, x b Luftthermometer, o inneres Thermo⸗ ö meter, d vergoldeter Ring an der Ver-Musselinüberzug umgeben ist, der d Vorrichtungen stets feucht erhalten wi Verdampfung des Wassers von der wird die Temperatur in deren Nä und zwar um so mehr, je schneller die Fig. 2. Augustsches Psychrometer. a trockenes Thermometer, b feuchtes Thermometer, Umwickelung der Ku⸗ x zel und Zuleitungsdraht, d innen versilbertes Gefäß für destilliertes Wasser. erfolgt, d. h. also je trockener die un je höher die Lufttemperatur überhauz driger der Luftdruck ist. Werden nu gleichzeitig beobachtet, so kann man de bindung mit der Differenz des trocker ten Thermometers die Feuchtigkeit Leichtigkeit herleiten. Zu diesem Zwecke entwor fene Tafeln u, sor sich in den Lehrbüchern von Schmid, Mo Jelinek. EEII in nachstehender Fig. 3 dargestellt. 1a. Die Wirkung dieser Instrumente vergoldetem Ring. Hinzutreten der Torsion bei Anwengeeignetesich das völlig entfettete Haar ausdehnt und bei Trockenheit sich verkürzt. Durch geeignete Mechanismen wird diese Längenänderung durch einen Zeiger auf einer [Skala wahrnehmbar gemacht. Die Justierung oder ursprüngliche Teilung derletztern muß auf experimentellem Wege, indem man das ganze Instrument einmal in völlig trockene, das andere mal in mit Wasserdampf gesättigte Luft bringt, ausgeführt werden. (Ersteres läßt sich durch Wasserdampf absorbierende Körper, letzteres durch Verdampfung von Wasser im geschlossenen — * Raume erreichen.) Das so gefundene Intervall teilt man a entfettetes Haar, v Skala, o Zeidann gewöhnlich in ger auf einer Rolle, um welche das wenn sie nach den Haares, e Steulstift, 4Gehäuse. „gnault hat sich überhaupt um die Untersuchung der verschiedenen H. große Verdienste erworben) angegebenen Verhältnissen aufgetragen werden, direkt die relative Feuchtigkeit in Prozenten angeben.