FeedIbis
TierreichBrockhaus 1882

Ibis nennt man eine Gattung storchartiger Stelzvögel mit langem, nach unten gebogenem Schnabel und nacktem Kopfe, deren zahlreiche, meist schön gefärbte Arten nur in warmen Gegenden der Alten und Neuen Welt wohnen. Am bekanntesten ist der heilige Ibis die religiosa), etwa 40 em hoch, ganz weiß bis auf die Flügelspitzen, Schnabel, Kopf, Hals und Füße, welche schwarz sind. Er wurde von den alten Agyptern heilig gehalten und nach dem Tode einbalsamiert. Er war das Symbol des Thoth, des Eem Hermes, des Gottes der Weisheit und aller Kenntnis, daher dieser Gott auch häufig unter dem Bilde des J. verehrt oder mit einem Ibiskopfe dargestellt wurde, wie auch sein aeschrieben wir Name jederzeit mit diesem Vogel geschrieben wird. In den Tempeln des Thoth pflegten mehrere J. unterhalten zu werden, und die Schonung dieser Vögel war so allgemein, daß sie, wie berichtet wird, in den Städten unbelästigt auf den Straßen umherliefen. Gegenwärtig sind sie im ganzen Lande äußerst selten, dagegen südlich von Chartum häufig. Der Vogel nährt sich vorzugsweise von Insekten. biza oder Iviza, span. Insel, s. u. Baleabn (arab.), soviel wie Ben (s. d.), d. h. Sohn. bu-al-athir (Izz al-din Ali ben Muhammed al-G'azari), arab. Geschichtschreiber, wurde im J. 55⁵ der Hebschra (160 n. Chr.) zu Dshazirat Ibn-Omar in Mesopotamien geboren und ließ sich später in Mossul nieder, wo er im J. 630 der Hedschra (1230631 n. Chr.) starb. Er ist Verfasser von drei Lonnbe Geschichtswerken, deren berühmtestes von ornberg unter dem Titel eIbn-el-Athiri Chronicon quod perfectissimum inscribituro (Bd. 1—12, Leiden 1858—71) herausgegeben ist. Dasselbe beschreibt die Weltgeschichte bis zum Jahre 628 62³0031). Von seinem andern geschichtlichen Werke Ibrat uli I-abssäro (keiner Geschichte der Dynastie der Atäbeks) sind von Reinaud nur Fragmente lin seiner Historiens des croisadeso) veröffentlicht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 521Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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