FeedIbykus
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Ibykus, griech. Lyriker in der zweiten Hälfte des 6. 1—— 17 v. Chr., Zeitgenosse des Anakreon, wurde zu Rhegium in Unteritalien geboren, ging auf Reisen und verweilte namentlich an dem glänzenden Hofe des Polykrates zu Samos. Einer Sage nach, die auch Schiller in seiner Ballade Die Kraniche des J. behandelt hat, wurde er auf einer seiner Reisen von Räubern überfallen und ermordet. Seine Drohung, daß die Kraniche, welche während dieser ruchlosen That in der Luft vorbeizogen, ihn einst rächen würden, ging zu Korinth in Erfüllung. Als nämlich dort im Theater, wie Plutarch erzählt, ein Zug Kraniche vorüberflog, sprach einer der Mörder zum andern: „Siehe da die Rächer des J.I» Die Zunächstsitzenden hörten dies und zeigten es der Obrigkeit an, welche die Räuber den Buche ließ. Von J. erwähnen die Alten sieben Bücher lyr. Gedichte in dem dorisch nnhalts waren und sich durch Glut der Phantasie Und Leidenschaft auszeichneten, wie die noch vor⸗ . un. Bruchstücke beweisen. Sie finden sich am esten gesammelt und kritisch bearbeitet in Bergks (Poetae lyrici Graecio (4. Aufl., Tl. 3, Lpz. 1882); mit deutscher Übersetzung hat sie Hartung, Griech. Lyrikero (Bd. 5, Lpz. 1856) herausgegeben. Ireacopflaume, s. unter Chrysobalanus. Toariens (frz.), Ikarier, nennen sich nach dem Fluge des Ikarus (s. d.) die Anhänger des franz. ommunisten Cabet (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 523Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 12

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Literatur & Sprache 6