FeedIsäus (grch. Isaios)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Isäus (grch. Isaios), attischer Redner, aus Chalkis in Euböa, nach andern aus Athen, wohin er wenigstens schon Iun kam, lebte in der ersten Hälfte des 4. Jahrh. v. Chr. bis nach 353. Er war ein Schuler des Isokrates und bildete sich außerdem namentlich nach Lysias' Vorbild zum Redner aus. Auch wird berichtet, daß er selbst Unterricht in der Beredsamkeit erteilte. Gewiß ist, daß er den Demosthenes unterwies. Seine Haupt-Wvotat war, als tüchtiger Redner und gewandter dvokat gerichtliche Reden für andere zu schreiben. Von 50 Reden, die von ihm vorhanden waren, haben sich nur 11 erhalten, die sich durch einfachen und oft kräftigen Stil empfehlen und meist Erbschaftsangelegenheiten betreffen. Sie finden sich in den Sammlungen der „Oratores Atticiv. Besondere Ausgaben lieferten Schömann (Greifsw. 1831), Scheibe (Lpz. 1860), Bürmann (Berl. 1883), eine deutsche Übertragung Schömann (2 Bde., Stuttg. 1830). Bgl. Blaß, «Die attische Beredsamkeitv 2. Abteil. «Isokrates und J.», Lpz. 1874); Moy, „Etude sur les plaidoyers d'Iséer (Par. 1876).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 681Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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