FeedIllkirch-Grafenstaden
ErdkundeBrockhaus 1882

Illkirch-Grafenstaden, Gemeinde im Kreis Erstein des elsaß-lothring. Bezirks Unterelsaß, besteht aus den beiden Ortschaften Illkirch und Grafenstaden, welche 7,5 Km, beziehungsweise 8,5 km südlich von Straßburg an der Ill liegen und zusammen (1880) 4733 E. zählen. Illkirch ist Sitz eines Amtsgerichts, war ehemals ein kaiserl. Dorf und heißt auf alten Karten Eeclesia ad Ellum, Ellofanum, IIlkirche oder Illakircha. Im J. 1418 wurde es an die Stadt Straßburg verkauft, welche dasselbe ebenso wie Grafenstaden bis 1735 behielt und dann beide Ortschaften gegen Höhnheim vertauschte, welches dem Prätor Klinglin gehörte. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurden Illkirch und Grafenstaden wiederholt eingeäschert. In Illtirch ist noch das Haus zu sehen, in dem am 30. Sept. 1681 die Kapitulation unterzeichnet wurde, wodurch die Stadt Straßburg an Ludwig XIV. ausgeliefert wurde. — Grafenstaden (Gravenstaden vor dem Hate 1284), das eine Station der Linie Straßburg-Basel der Elsaß-Lothringischen Eisenbahn ist, hat eine 1838 gegründete, sehr bedeutende Maschinenfabrik und Gießerei. llo (Christian von), s. IJlow. llok, eigentlich Ujlak', d. i. Neudorf, an der Stelle des röm. Coccium, Marktflecken in Kroatien-Slawonien, Komitat Syrmien, rechts an der Donau, am Fuße der Fruska-Gora, mit 3800 E., größtenteils Serben, ist Sitz eines königl. Bezirksgerichts. Im hiesigen Franziskanerkloster befindet sich die Grabstätte des heil. Franziskus von Kapistran. Auf dem ausgedehnten Ortsgebiete wächst vortrefflicher Rotwein, mit dem lebhafter Handel getrieben wird, wie auch mit Borstenvieh, Branntwein (Slibowitza), Dörrobst; ebenso ist die Fischerei und Schifffahrt sehr gepflegt. Auf einem nahen Berge liegen die Reste des Stammschlosses der altungarischen, ausgestorbenen Magnatenfamilie Ujlaky. J. ist im Besitz des Fürsten Odescalchi. Ilötis manibus (lat.), mit ungewaschenen Händeno, d. h. ohne die erforderliche Vorbereitung und Sorgfalt. [pflichtwidrig. lloyal, Gegensatz zu Loyal (s. d.), Rlrei-Uundieren (lat.), mit etwas sein Spiel treiben, es verhöhnen, umgehen (Gesetz), vereiteln. Unminaten (lat.), d. i. Erleuchtete. Unter diesem Namen bestanden vier verschiedene Gesellschaften. Im J. 1575 entstand in Spanien ein AlombPados genaun Verein, dessen Mitglieder Alombrados genannt wurden. Die Ingquisition schritt gegen sie ein. Im J. 1623 entstand ein ähnlicher Verein der Guerients in Frankreich, erlag aber bald den Maßregeln der Inquisition. Im J. 1722 bildete sich im südl. Frankreich ein Verein mit mystisch-theosophischen Tendenzen, welcher erst während der Revolution sein Ende fand. Vor allem jedoch heißen J. die Mitglieder eines Vereins, welchen Adam Weishaupt (s. d.). am 1. Mai 1776 gründete. Er selbst nannte ihn zuerst den Orden der Perfektibilisten. Dieser Verein sollte Aberglauben und Unwissenheit bekämpfen, Aufklärung und Tugend verbreiten. Das letzte Ziel, Ersetzung der positiven Religion des Christentums durch die Lehren der natürlichen Religion des Deismus, sowie der monarchischen Staatsverfassung durch die Republik, wurde nur wenigen Eingeweihten mitgeteilt. Um das Ziel zu erreichen, schien die unbedingte Unterordnung des Einzelnen unter den Willen und die Anordnungen des Obern unerläßlich. Deshalb nahm Weishaupt die ganze Organisation vom Jesuitenorden herüber. Als dann 1780 Knigge für den Orden gewonnen wurde, veranlaßte dieser den engern Anschluß der J. an die Freimaurer. In ihrer Blütezeit zählten die J. gegen 2000 Mitglieder, zum Teil in angesehenen und einflußreichen Lebensstellungen. Der Orden zerfiel in drei Klassen mit mehrern Unterabteilungen. Die erste Klasse umfaßte die Novizen, die Minervalen und die kleinen J., die zweite die Freimaurer, und zwar zunächst die symbolische, alsdann die schottische Maurerei, die dritte oder Mysterienklasse umschloß in den kleinen Mysterien die Grade des Priesters und des Regenten, in den roßen diejenigen des Magus und des Königs. Im G 1784 jedoch entzweiten sich Weishaupt und Knigge, und jetzt wurde die wirkliche Tendenz und die Disciplin des Ordens bekannt. Im J. 1784 rerbot Kurfürst Karl Theodor von Bayern alle geheimen Gesellschaften, 1785 ausdrücklich die J. und Freimaurer. Darauf wurde entschieden gegen sie eingeschritten. Weishaupt wurde seines Amtes entsetzt, entzog sich aber weiterer Bestrafung durch die Flucht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 540Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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