FeedImmanent (lat.)
AllerleiBrockhaus 1882

Immanent (lat.), im Gegensatz teils zu dem Transeunten, teils zu dem Transscendenten (s. d.), heißt alles das, was innerhalb einer Sache oder eines Begriffs bleibt und nicht über sie hinausgeht. Die Philosophie bedient sich daher dieses Ausdrucks in mehr als einer Beziehung. Man unterscheidet z. B. äußere, transeunte Ursachen von innern, immanenten, d. h. solchen, die, wie bei der Selbstbestimmung, in dem sich verändernden Dinge selbst liegen. So nannte Spinoza Gott die immanente Ursache der Welt, um dadurch zu bezeichnen, daß Gott dem Sein nach nicht von der Welt verschieden ist. Kant sprach von einem immanenten Vernunftgebrauche, d. h. einem solchen, der sich auf die Grenzen der gegebenen Erscheinungswelt beschränkt, im Gegensatz zu dem transscendenten, d. h. dem diese Grenze überschreitenden. Ebenso spricht man von einer immanenten Methode, d. h. einer solchen, welche sich durch den Gegenstand der Untersuchung selbst bestimmen läßt, immanenter Entwickelung einer Wissenschaft, einem immanenten, d. h. nicht äußerlichen, sondern in den Gegenstand selbst vertieften Wissen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 548Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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