FeedIndossament oder Indosso
Recht & StaatBrockhaus 1882

Indossament oder Indosso, vom ital. indossare, d. i. auf dem Rücken übertragen, nennt man die übertragung der Rechte aus einem Wech— sel, einer Anweisung und andern sog. Ordrepapieren der Indossablen Papiere (s. d.) auf einen andern mittels einer vom Remittenten oder dem weitern Inhaber auf die Rückseite des Papiers gebrachten Bemerkung, meistens den Worten «für mich an N. N.v. Gleichbedeutend gebraucht man gewöhnlich den Ausdruck Giro (s. d.). Die Handlung jenes Übertragens heißt Indossieren. Indossant ist der, welcher den Wechsel überträgt; Indossatar derjenige, auf welchen er übertragen wird. Der Indossatar wird, wenn er seinerseits das Papier auf die nämliche Weise weiter begibt, dadurch selbst zum Indossanten. Der Indossant haftet seinen Nachmännern für den richtigen Eingang des Wechsels und kann, wenn dessen Annahme oder Bezahlung nicht erfolgt, im Wege des Regresses wechselrechtlich in Anspruch genommen werden, sofern er sich nicht durch eine Klausel im J. ausdrücklich davon befreit hat. Über das Blanco-Indossament s. Blankett und Giro. Auch die Rechte aus einer Namensaktie können in der Form des J. übertragen werden. — Von dem eigentlichen J. zu unterscheiden ist das Prokura-Indossament oder J. zum Incasso, welches dem Indossator lediglich die Befugnis gibt, in Vollmacht des Berechtig— ten den Anspruch aus dem Papier geltend zu machen. Judra, (ital.), s. Indossament. udra, ein spezifisch ind. Gott, der das sicht— bare Firmament und die Region der Wolken, die der Erde den Regen spenden, repräsentiert; er wird besonders in den Hymnen des Veda verehrt, wo wir ihn häufig an der Spitze der übrigen Götter sehen und gleichsam seinen wachsenden Einfluß gegenuber den ältern (indogerman.) Gottheiten Dyaus und Varuna beobachten können. Auch in der frühern epischen Zeit ist J. noch der populärste und mächtigste Gott, der streitbare Träger des Donnerkeils, der in seinem eigenen Himmel (Svarga), einer Art sinnlichen Paradieses, mit den Gandharven (s. d.) und Apsaras (s. d.) ein seliges Leben führt, an dem auch die gefallenen ind. Helden teilnehmen. Als seine Gattin gilt Satschi oder Indrani, als sein Sohn Dschajanta. Später erblaßt die Gestalt J.5, der zu einem der vier oder acht Welthüter geworden ist, neben der Göttertrias Brahma, Vischnu, Siva. Vgl. besonders Holtzmann, «J. nach den Vorstellungen des Mahäbhäratav (Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschafte, Bd. 32). Judragiri, Fluß und niederländ. Vasallenstaat in der östl. Hälfte der hinterind. Insel Sumatra. Der Fluß J. entspringt mit seiner Hauptquelle unweit des Ortes Samawang an der Ostseite des in der Residentschaft «Padangssche Hochlände v des niederländ. Gouvernements der «Westküste von Sumatrav auf 338 m Meereshöhe gelegenen Landsees von Singkara, teilweise selbst aus demselben, windet sich in der Richtung nach Osten durch die östl. Hälfte des Barissangebirges und fließt dann, durch die Aufnahme einer Anzahl kleinerer Neben— flüsse zu beiden Seiten immer mächtiger und wasserreicher werdend, dem Chinesischen Meere zu, um sich zwischen 0 15 und 0e 40 mit drei Hauptmündungen in dasselbe zu ergießen. Der Vasallenstaat Indragiri, zwischen 12 südl. und 1 nördl. Br. gelegen, von dem Chinesischen Meere sich westwärts bis zur Ostgrenze der niederländ. Residentschaft Padangssche Hochländer ausbreitend, wird in seiner Mitte von dem Flusse J. durchströmt und bildete in älterer Zeit den südlichsten Teil des Reiches Siak, gelangte später aber zur Unabhängigkeit von demselben, wurde statt dessen ein kleiner Vasallenstaat der niederländ.⸗ind. Regierung von 35 800 qlem mit etwa 100 000 E. Er untersteht in administrativer Hinsicht der einen Teil der niederländ. Residentschaft Riouw und Unterhörigkeiteno ausmachenden Assistent-Residentschaft Lingga. Die Selbständigkeit der Sultane ist nur nominell.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 581Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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