FeedInzucht
AllerleiBrockhaus 1882

Inzucht, Bezeichnung im weitern Sinne für die Paarung von Haustieren, welche einer bestimmten Rasse oder einem bestimmten Rassetypus, im engern Sinne für die Paarung von Tieren, welche ein und derselben Herde, ein und derselben Familie angehören. In letzterm Falle findet sehr häufig Verwandtschafts-, sogar Incestzucht (vom lat. incestus, Blutschande) statt, unter welch letzterer man die Paarung von Tieren versteht, welche in auf- oder absteigender, oder in gleicher Linie direkt miteinander verwandt sind, z. B. Vater und Tochter, Mutter und Sohn, Bruder und Schwester. Reinzucht fällt häufig mit J. zusammen, ist aber nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit der letztern, da z. B. zwei in ihren Eigenschaften voneinander abweichende Tiere einer und derselben Rasse, Herde u. s. w. miteinander gepaart werden können, ohne daß zunächst, wegen dieser Verschiedenheit, Rein⸗ — stattfindet. Die J. wendet man namentlich ort an, wo ganz bestimmte, einer Rasse, Herde, Familie eigentümliche, nach irgend einer Nutzungsrichtung hin hervorragende Qualitäten in den Nachkommen befestigt oder potenziert werden sol—⸗ len. Noch mehr gilt dies für die Verwandtschafts— und für die Incestzucht, mit welcher allerdings die Gefahr einer Schwächung der Nachkommen verbunden ist, welcher aber manche Rassen, z. B. die berühmten Shorthorns, ihre Entstehung und ihre vorzüglichen Eigenschaften verdanken. Vgl. Nathusius, «Vorträge über Viehzucht und Rassenkenntnis o (Berl. 1872); Settegast, «Tierzuchte (4. Aufl., Bresl. 1878). Jo war der Sage nach die Tochter des Inachos, oder des Jasos, oder des Peiren, in welche sich Zeus verliebte. Um seine Liebe zu verheimlichen, verwandelte Zeus die Jo in eine schöne weiße Kuh. Hera aber erbat sich die Kuh von ihrem Gemahl zum Geschenk und übergab hierauf dieselbe dem allsehenden Argos (Panoptes) zur Bewachung. Zeus erteilte jedoch dem Hermes den Befehl, ihren Wächter zu töten. Aber in demselben Augenblick, als dieses geschehen, sandte Hera der Jo eine Bremse, von der sie durch alle Welt gejagt wurde, bis sie am Nil Ruhe fand. Als Heimat der Sage und der Jo ist Argos anzusehen, wo das Wesen der Jo mit dem eus⸗ und Heradienste auf das innigste verbunden war. Hauptquelle für ihre Wanderungen ist des Aschylus Prometheuso, womit aber wieder vieles in den «Schutzflehenden » nicht vereinbar ist. Von Argos aus kam sie danach an das Meer, welches von ihr den Namen des Jonischen erhalten haben sollte; hierauf gelangte sie durch die Skythische Wüste zum Prometheus, welcher ihr den Weg ankündigte, den sie weiter zu nehmen hätte. Zuletzt gelangte sie nach Agypten, wo sie Erlösung von ihren Leiden fand, durch Zeus Mutter des Epaphos wurde und den Isisdienst stiftete. Daß sie mit der Isis (s. d.) geradezu identifiziert wurde, dazu gab namentlich die Kuhgestalt Veranlassung. Zahlreiche Darstellungen der Sage von Jo sind auf Vasen und in Wandgemälden erhalten. Vgl. Engelmann, De Iones (Berl. 1868); Overbeck, «Griech. Kunstmythologies (Bd. 1: «Zeus», Lpz. 1871). Jo ist auch der Name des 85. Asteroiden. (S. unter Planeten.) [Staat Jowa. I., offizielle Abkürzung für den nordamerikan.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 646Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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