Istvänffy (Nik.), bedeutender ungar. Historiker, geb. 1538 in Kisaßzony-Falva im Komitat Baranya, studierte in Bologna und begann seine Laufbahn 1562 als Sekretär des Primas Oläh. Nach dessen Tode (1568) wirkte er als Sekretär bei der ungar. Hofkanzlei in Wien, worauf 1 Maximilian II. 1576 zum Vizekanzler, Rudolf II. später zum Palatin-Stellvertreter ernannte. Er besaß das Vertrauen beider Fürsten und wurde * mit wichtigen polit. Sendungen betraut. F. starb 1615. Eine wertvolle Quelle der Zeitgeschichte ist sein groß angelegtes Werk Ulistoriarum de rebus Hungaricis libri XXXIV, welches zuerst Köln 1622 (herausg. durch den Kardinal Peter Päzmäny), in ungar. Übersetzung 1870 erschien.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 699Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei