Istria oder Histria führt seinen Namen von dem illyrischen J., welches 177 v. Chr. der röm. Herrschaft unterworfen wurde. Seit Augustus' Zeiten gehörte J. bis zur Arsia zu Oberitalien, während die jenseit der Arsia wohnenden Liburner zu Illyricum gerechnet wurden. J. teilte fortan die Schicksale Italiens und Illyricums. Im 7. Jahrh. drangen Slowenen, Kroaten und Serben nach J. vor, dessen Küsten und Inseln jedoch stets mit Italien im Zusammenhange blieben. Pipin, Karls d. Gr. Sohn, unterwarf die Halbinsel dem Fränkischen Reiche, bei dessen Auflösung sie dem Deutschen Reiche zufiel. Seit Mitte des 10. der e bildete J. eine eigene Markgrafschaft, die aber seit 961 zum Herzogtum Kärnten gehörte, bis sie 1173 an die Grafen von Andechs, Herzöge von Meran, kam. Als der Markgraf Heinrich von Andechs als Teilnehmer an dem Morde König Philipps vom König Otto IV. geächtet wurde, gelangte 1208 (das westliche) J. an den Patriarchen von Aquileja, der aber in der Folge fast alles an Venedig verlor. So war bis 1797 der größte Teil der Halbinsei den Venetianern unterworfen; nur der nordöstl. Teil, die sog. Grafschaft J. (das deutsche J.), bestehend aus den Gebieten von Mitterburg (Pisino), b. Liu Bellai und Castelnuovo, nach der Achtung der Andechser ein Besitztum der Grafen von Görz, war nach dem Tode des Grafen Albert IV. 1374 an Osterreich gefallen und zum Herzogtum Krain gechlagen worden. Nach dem Frieden von Campozormio besetzte osterreich auch den venet. Teil des Landes, zu welchem noch mehrere venet. Besitzungen geschlagen wurden. Als aber Ssterreich 1805 in dem Frieden zu Preßburg auf sämtliche venet. Besitzungen Verzicht geleistet hatte, mußte es auch das venetianische J. an Frankreich abtreten. Das deutsche J. folgte 1809 diesem Schicksale nach. Später wurde es durch Napoleon mit den illyr. Provinzen vereinigt, 1814 aber von Osterreich zurückerobert. Vgl. Stieglitz, J. und Dalmatien v belung 1845); 4F., histor., geogr. und statist. Dartellung der istrischen Halbinsel‘ (Triest 1863).