Jackson (Andrew), der siebente Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (1829—37), geb. 15. März 1767 zu Waxhaw unweit Camden in Südcarolina, von irländ. Abkunft, trat nach einer abenteuerlichen Jugend in seinem 18. Jahre zu Salisbury in Nordcarolina bei einem Advokaten ein und ward, ohne daß er viel studiert hatte, nach einigen Jahren zur Praxis zugelassen. Nachdem er 1788 zum öffentlichen Ankläger im jetzigen Staate Tennessee ernannt worden, zog er nach Nashville und wurde, als Tennessee in die Reihe der Unionsstaaten trat, Mitglied des Bürgerausschusses, der 1796 das Grundgesetz entwarf, bald nachher Repräsentant des jungen Staats im Kongreß und 1797 Senator. Er kehrte jedoch bald nach Tennessee zurück, wurde hier 1799 zum Oberrichter erwählt, zog sich aber 1805 von allen öffentlichen Amtern zurück. J. bewirtschaftete seine Farm Hermitage bei Nashville, als 1812 bei dem Ausbruche des Kriegs mit England der Staat Tennessee ihm als Generalmajor den Oberbefehl über die Miliz anvertraute. An der Spitze von 2500 Mann segelte er den Mississippi hinab, schlug die Creek-Indianer, die, von den Spaniern in Pensacola unterstützt, das Land verwüsteten, nach Florida zurück und bemächtigte sich sogar der Stadt Pensacola. Als darauf die Engländer Neuorleans bedrohten, erhielt J. daselbst mit dem Rang eines Generalmajors vom Kongreß den Befehl über die Linientruppen. Es gelang ihm, den Engländern ein wohlgerüstetes Heer entgegenzustellen und denselben 8. Jan. 1815 eine entscheidende Niederlage beizubringen. J. zeichnete sich 1817—18 in dem Kampfe gegen die Seminolen aus, nahm als erster Gouverneur 1821 das von den Spaniern abgetretene Florida in Besitz und wurde 1823 für Tennessee abermals zum Senator gewählt. J. wurde 1828 zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt und trat 4. März 1829 sein Amt an. Die Geschichte seiner Verwaltung ist die der modernen demokratischen Partei, deren Seele er war. Sturz der ins Couperiinetät der el Ermäßigung des Tarifs, Souveränetät der Einzelstaaten in allen dem Bunde nicht ausdrücklich vorbehaltenen Fragen, astrikte Interpretation⸗ der Verfassung, Ablehnung aller Verbesserungen in den Einzelstaaten durch die Bundesregierung und zwangsweise flanzung der Indianer auf das rechte Mississippi-Ufer, das waren die Grundsätze und Maßregeln, zu denen sich die neue demokratische Partei bekannte und die J. rücksichtslos durchzuführen suchte. Im Sommer 1832 brach in Südcarolina eine von den Sklavenhaltern angeschürte, den Bestand des Bundes bedrohende Widersehlichkeit gegen den Zolltarif aus, und in dieser Lage wurde J. nochmals zum Präsidenten gewählt. Er erließ gegen Südcarolina einen Aufruf, der Kraft mit Versöhnlichkeit verband, und begann zugleich kriegerische Rüstungen, um dem Gesetze Achtung zu verschaffen. Nachdem diese Gefahr durch die Ermäßigung des Tarifs abgewendet, führte die Bankangelegenheit zu neuen Verwickelungen. J. setzte der Erneuerung des Privilegiums dieser Anstalt sein Veto entgegen, weil er darin ein Monopol erblickte, welches nur die Geldaristokratie begünstige, und ließ sogar die bei der Bank niedergelegten Staatsgelder Bant.ahre u Infolge dieser Maßregel mußte die Bank ihre Unterstützung des Verkehrs beschränken, während zugleich Hunderte von Zettelbanken auftauchten, die nur das Papiergeld schwindelhaft vermehrten und so die Hauptursache der Krisis von 1837 wurden. In seiner auswärtigen Politik gelang es ihm, die aus dem Revolutionskriege noch schwebenden franz. Anspruche zu erledigen und die freundschaftlichen Beziehungen zu England aufrecht zu erhalten. Im März 1837 zog sich J. nach seinem Landsitz Hermitage in Tennessee zurück, wo er 8. Juni 1845 starb. Val. Parton, Life of Andrew J.» (3 Bde., Neuyork 1860); von Holst, «Die Administration Andrew J.sv (Düsseld. 1874); derselbe, «Verfassungsgeschichte der Vereinigten Staaten seit der Administration J.s (Bd. 1, Berl. 1878).