FeedJakobäa svon Holland
GeschichteBrockhaus 1882

Jakobäa svon Holland, auch von Bayern genannt, Erbtochter Wilhelms VI. von Bayern, Grafen von Holland und Hennegau, geb. 25. Juli 1401, kam nach dem Tode ihres Vaters 1417 als Witwe des Dauphins von Frankreich in den Besitz von Holland und Hennegau, zu einer Zeit, wo jene Länder durch zwei Parteien, die Hoeks und die Kabeljaus, in die größte Zerrüttung versetzt waren. Auf Anstiften der erstern vermählte sie sich mit dem Herzog Johann von Brabant, trennte sich jedoch bald, angeblich wegen zu naher Verwandtschaft, wieder von diesem und verband sich mit dem Herzog Humphrey von Gloucester. Der verstoßene Gemahl machte ihr mit seinem Anhange Holland streitig, und als er plötzlich gestorben, erhob ihr Vetter, Philipp der Gute von Burgund, Erbansprüche darauf. Nach heldenmütigem Widerstande, während der Papst auf Philipps Betrieb ihre Ehe mit Humphrey für ungültig erklärte, dieser aber schließlich J. verließ, um sich mit ihrer Hofdame Eleonore von Cobham zu vermählen, schloß J. 1429 Frieden mit Philipp, indem sie sich gegen Anerkennung ihres Erbrechts verpflichtete, nicht ohne Einwilligung des Herzogs von Burgund eine neue Ehe einzugehen. Gleichwohl vermählte sie sich, nachdem ihre Ehe mit dem Herzog von Gloucester vom Papst gelöst war, heimlich mit einem Edelmann, Franko von Borsele. Kaum hatte Herzog Philipp davon Kunde erhalten, so ieß er Franko von Borsele gefangen nehmen. Um diesem das Leben zu retten, mußte J. 1433 ihrem Vetter ihre Länder abtreten, die nun mit dem burgund. Gebiet vereinigt wurden. J. starb 9. Okt. 1436 auf Schloß Teilingen am Rhein. Vgl. Löher, „J. von Bayerno (2 Bde., Nördl. 1862—66).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 784Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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