Heinrich I., der dritte König von Frankreich aus dem Hause der Capetinger 1031—60, geb. um 1011, wurde von seinem Vater Robert dem Frommen 1015 zum Herzog von Burgund und nach dem Tode eines ältern Bruders 1027 zum Nachfolger ernannt. Burgund trat er, als er selbst König wurde, seinem jüngern Bruder Robert ab, der so Stifter einer besondern herzoglichen Linie ward. Die königliche Gewalt war damals in Frankreich noch sehr schwach und wurde durch die Umtriebe der Mutter H.s, Constantia, noch mehr geschwächt, ebenso wie durch die mächtigen Herzoge der Normandie, denen H. viel nachsehen mußte, um sich nur auf dem Throne zu behaupten. Sein Versuch, nach dem Tode des Herzogs Robert II. aus der Minderjährigkeit Wilhelms (des Eroberers) Vorteil zu ziehen, mißlang vollständig und er mußte im Frieden 1059 letzterm den ganzen frühern Besitz lassen. H. starb 4. Aug. 1060 zu Vitri. Von seinen Söhnen aus der Che mit Anna, der Tochter des russ. Großfürsten Jaroslaw I., wurde der ältere Philipp I. noch bei seinen Lebzeiten zum Nachfolger gesalbt und gekrönt; der zweite, Hugo d. Gr., wurde Graf von Vermandois.