Jalape, Jalapenwurzel, Jalapenknollen (Tubera Jalapae), Drogue, die Knollen von Ipomoea Purga, von birnförmiger oder gestreckter Form, von weniger als em Durchmesser bis Faustgröße. Sie laufen in eine meist kurze Spitze aus, tragen nur einige Millimeter dicke Stengelansätze und sind von runzeliger, höckeriger, graubrauner Oberfläche, ohne Blattnarben und Nebenwurzeln. Das Gewebe ist sehr dicht, auf dem Bruch mehlig, glatt oder hornartig, aber weder holzig noch faserig; dasselbe ist weiß oder graubräunlich gefärbt und läßt dunkle Harzzellen in konzentrischen Reihen, die nicht durch strahlenförmige Gefäßbündel unterbrochen werden, erkennen. Die J. ist von fadem Geschmack, kratzend nachschmeckend, häufig rauchartig riechend. Die Stammpflanze der echten J. (nicht zu verwechseln mit der falschen Jalape, s. Jalapenstengel) ist eine in den Wäldern am östl. Abhange des mexikanischen Gebirges wild wachsende, aber auch kultivierte Convolvulacee, an deren unterirdischen Stamm die Knollen von verschiedener Größe sich ansetzen. Die Ernte der Knollen erfolgt in den Frühlingsmonaten, sie werden dabei ihrer Größe nach sortiert, häufig 1201 zerschnitten und über gelindem Feuer 10 — 12 Tage lang getrocknet. Die im trockenen Zustande erscheinenden Harzzellen sind frisch mit Milchsaft gefüllt. Sie enthalten reichliche Mengen (10—18Proz. der trockenen Knolle) von Harz (s. Jalapenharz), außerdem Zucker, Gummi, Salze, unter denen oxalsaurer Kalk. Die beste Sorte kommt von Veracruz und wird hiernach als Veraeruz-Jalape benannt. Eine geringere Sorte, mit geringerm Harzgehalt und aus langen, rübenförmigen Stücken bestehend, bildet die leichte oder Tampico-Jalape. Die J. dient in der Medizin als drastisches Purgiermittel und außerdem in der Pharmacie zur Darstellung des Jalapenharzes. Auch die Wurzeln terwinde werden in ihrem Vaterlande als Purgiermittel gleich der J. mehrere in Südamerika einheimische Arten der Wunderblume (Iirabilis), besonders Mirabilis Jalapa, dichotoma jetzt allgemein als Zierpflanze gezogen werden und gleichfalls purgierende Wurzeln besitzen, irrtümlich jür die Stammpflanze der J. gehalten. Die Wureln diefer letztern Pflanzen werden auch mit dem Namen der unechten J. belegt. alapenharz (Resina Jalapae), das Harz der Jalapenknollen, wi dargestellt, indem mehreremal mit Weingeist extrahiert und die filtrierten Tinkturen zur Wiedergewinnung des Alkohols, zweckmäßig unter Zusatz von etwas Wasser, im Dampfbade destilliert werden. Das dabei zurückbleibende Harz wird anhaltend mit immer erneuertem Wasser bearbeitet, bis das letzte Waschwasser farblos bleibt. Das Harz wird dann im Wasserbade getrocknet, bis eine erkaltete Probe spröde und zerreiblich wird, und schließlich zu Stangen ausgerollt. Es ist braun, auf dem Bruche glänzend, an den Rändern durchscheinend, leicht zerreiblich, leicht in Alkohol, aber nicht in Schwefelkohlenstoff löslich. Das J. besteht größtenteils aus Convolvulin (s. d.)