FeedJohann I. der Gute
GeschichteBrockhaus 1882

Johann I. der Gute, zweiter König von Frankreich (1350—64) aus dem Hause Valois als Rachfolger seines Vaters Philipp VI., hatte eine sehr unruhige Regierung durch die Fehden mit Karl dem Bösen von Navarra und durch die Erneuerung des Kriegs mit Eduard III. von England. In der Schlacht bei Maupertuis (in der Nähe von Poitiers) 18. Sept. 1356 von Eduards Sohn, dem Schwarzen Prinzen, besiegt und gefangen, konnte J. lange Zeit seine Freiheit nicht erwirken, da sein Sohn, der Dauphin und spätere König Karl V., durch die Streitigkeiten mit Karl von Navarra, den Communeaufstand in Paris unter Etienne Marcel und die damaligen Bauernaufstände (Jacquerie) außer Stande war, die Bedingungen der Engländer zu erfullen. Endlich kam es zum Frieden von Bretigny 8. Mai 1360, in welchem Eduard III. zwar auf die franz. Krone verzichtete, dafür aber Guienne, Saintonge, Angoumois, Poitou, Calais u. s. w. frei von aller Oberhoheit und eine große Geldsumme als Lösegeld des Königs zugesagt erhielt. Darauf hin wurde J. freigelassen. Weil aber seine jüngern Söhne, welche er als Geiseln für die Ausführung des Vertrags gestellt hatte, aus England entflohen und J. selbst kein Mittel fand, jenes Geld aufzubringen, kehrte er freiwillig in die Gefangenschaft urück, um in derselben 8. April 1364 zu sterben. Im Königtum folgte ihm Karl V.; der nächste Sohn, Philipp der Kühne, war schon 1363 mit dem heimgefallenen Herzogtum Burgund ausgestattet worden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 859Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6