Johann Georg II., Kurfürst von Sachsen 1665—80, Sohn des vorigen, geb. 10. Juni 1613, suchte die Schulden, in wolche ihn seine prunkvolle Regierung stürzte, die übrigens Dresden zur schönsten deutschen Residenz, zur Stätte der musikalischen und theatralischen Genüsse und schöner Kunstsammlungen machte, durch franz. Subsidien und Abhängigkeit von Ludwig XIV. zu decken. Das brachte ihn gegen das ausgesprochene Interesse seines Hauses zu dem Entschluß, 1663—64 die Exekution des mainzer Erzbischofs Johann Philipp gegen das prot. Erfurt, den alten Zankapfel zwischen Sachsen und Mainz, zuzulassen und 1667 dem Schutzrecht über die Stadt zu entsagen, nachdem er das 1664 geschlossene Bündnis mit Frankreich noch verstärkt hatte. Die weitern übergriffe Ludwigs führten ihn zwar auf die Seite Kaiser Leopolds I. zurück; 1673 kämpfte ein sächs. Hilfskorps gegen Turenne. Dann aber schloß J. aus Eifersucht gegen Kurbrandenburg und aus Sehnsucht nach den Subsidien sich aufs neue an den König, dem er 1679 ganz geheim, sogar ohne Vorwissen seines Geheimrats seine Unterstützung bei der Wahl zum röm. König zusagte. won Dom J.s war seit 1638 Magdalena Sibylla von Brandenburg-Bayreuth, die ihm außer seinem Nachfolger Johann Georg III. eine Tochter Erdmuthe Sophie schenkte. Er starb zu Freiberg 1. Sept. 1680.