FeedJohann Georg IV.
GeschichteBrockhaus 1882

Johann Georg IV., Kurfürst von Sachsen, 1691—94, der älteste Sohn und Nachfolger des vorigen, geb. 18. Okt. 1668, erhielt wenige Tage nach seiner Geburt von seinem Großvater mütterlicher Seite, dem König Friedrich III. von Dänemark, den Titel eines Erben von Dänemark und Norwegen. Frühzeitig fesselte ihn die Liebe zu der schönen Magdalena Sibylle von Neitschütz (geb. 1675), Tochter seines Gardeobersten. Um J. von dieser Neigung abzuziehen, wurde er zur Reichsarmee an den Rhein gesenvet. Hier befand er sich, als sein Vater starb. Nach Antritt der Regierung schien er anfangs dem polit. System seines Vaters treu bleiben zu wollen und trat deshalb auch 1692 mit dem Kurfürsten Friedrich III. von Brandenburg in engere Verbindung. Auf Andringen desselben mußte er sich 1692 mit der verwitweten Markgräfin von Brandenburg-Ansbach, CEleonore Erdmuthe Luise, einer geborenen Prinzessin von Sachsen-Eisenach, vermählen. Bald darauf aber schloß J. ein Bündnis mit dem Kaiser (20. Febr. 1693), der dafür Sibylle von Neitschütz zur Reichsgräfin von Rochlitz erhob, und führte ein Hilfskorps an den Rhein. Zwistigkeiten mit den andern deutschen Fürsten im Lager bewogen ihn bald nach Dresden an den Baatt wo er, erst 26jährig, 27. April 1694 an den Blattern starb.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 863Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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