Jösika (spr. Johschika, Nikol., Freiherr von), ungar. Romanschriftsteller, geb. 28. April 1796 zu Torda in Siebenbürgen, beendigte mit 16 Jahren seine jurist. Studien, trat 1811 in die Armee, wurde 1813 Lieutenant, 1814 Oberlieutenant, 1815 Hauptmann und nach dem Frieden königl. Kämmerer. Im J. 1818 verließ er den Dienst und kehrte nach Ungarn zurück, wo er sich der Landwirtschaft widmete. Im J. 1834 erschien J. auf dem siebenbürg. Landtage, wo er sich aber durch sein energisches Auftreten gegen die österr. Regierung so unbeliebt machte, daß er zum Landtag nicht mehr einberufen wurde. Inzwischen hatte er auch seine litterarische Thätigkeit begonnen. Schon seine ersten Versuche: Jränys (&Tendenzy) und «Väzlatoko (ESkizzeno), die 1834 erschienen, fanden Beifall. Bis zum Freiheitskriege von 1848 veröffentlichte er dann gegen 60Bände Romane, die sämtlich in Budapest erschienen und in fremde Sprachen, besonders ins Deutsche (die ältern von Herm. Klein, die spätern von seiner Gattin Julie J., einer Tochter des Grafen Karl Podmanitzky) übersetzt wurden. Die bedeutendsten sind: «Abafiv (2 Bde., 1836; deutsch 1839), rinyi à Költö (4 Bde., 1840; deutsch: Der Dichter Zrinyis, 1844), 4A2 utolsö Bätorys (3 Bde., 1838; deutsch: Der letzte 4 Bde., 1840; deutsch: &Die Böhmen in Ungarno, 1840), J. Isträn (5 Bde., 1847; deutsch: «Stefan J.v, 1851). Nachdem J. 1847 wieder als Deputierter des Euude Landtags eifrig für die Union Ungarns und Siebenbürgens gewirkt hatte, nahm er an der Bewegung von 1848 als Mitglied der Magnatentafel lebhaften Anteil. Nach der Unabhängigkeitserklärung vom 14. April 1849 wurde er zum Mitglied des in Pest eingesetzten Gnadenerichts ernannt. Nach der Katastrophe von Vilägos 1 er ins Ausland und lebte bis 1864 in Brüssel, ierauf in Dresden, wo er 27. Febr. 1865 starb. Von seinen spätern Werken sind die bedeutendsten die beiden in deutscher Sprache verfaßten Romane «„Eine ungar. Familie während der Revolutiono (4 Bde., Braunschw. 1851) und Die Familie Maillyo (2 Bde., Lpz. 1852); ferner in ungar. Sprache, aber ohne den Namen des Verfassers: Esthero (3 Bde., 1853), A szegedi boszorkänyoko (3 Bde., 1854; deutsch: (Die Hexen von zegedin», 1865), 4II. Räkéczi Ferenczy (4 Bde., 1861; deutsch: «Franz Räköczy II.„, 1868), A Cegväriako (Die Leute von Cegvärv, 3 Bde., 1865) u. a. Die Treue und Lebensfrische, mit welcher J., in der Manier W. Scotts, aber ohne antiquarische Breite, das polit. und soziale Leben der Vergangenheit Ungarns schildert, treffliches Erzählertalent, reiche und von Bizarrerie freie Phantasie und tüchtige Charakterzeichnung sind die Vorzüge Rome Romane, mit denen J. den ungar.⸗histor. oman begründete. Die Herausgabe seiner interessanten Memoiren Emlékirato (4 Bde., 1865) wurde durch seinen Tod unterbrochen. 0 Pfeude b. Gorion (daher Gorionides, auch Pseudojosephus) nennt sich der Verfasser der mit einer Menge sagenhafter Zusätze und Ergänzungen versehenen, in ziemlich reinem Hebräisch geschriebenen Bearbeitung des Flavius Josephus, die wahrscheinlich dem 10. Jahrh. angehört und aus Italien stammt. Die vollständige, mit lat. übersetzungen und Anmerkungen versehene Ausgabe ist die von Breithaupt (Gotha 1707).