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Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Jugend, jugendliches Alter, s. unter Alter 5 eite unterhaite haben die Aufgabe, der Jugend eine unterhaltende und bildende Lektüre zu bieten. Eine besondere, ausdrücklich für die Jugend bestimmte Litteratur hat sich erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. unter dem Einfluß des Philanthropinismus gebildet. In diese Zeit gehören der Kinderfreundo von Christian Felix Weiße, der in den Jahren von 1776 bis 1782 in 24 Bänden erschien, und Joachim Heinrich Campes Kinderschriften. An sie reihte sich Christ. Gotthold Salzmann mit seinem Joseph Schwarzmantels (1810), Kaspar Friedrich Lossius mit „Gumal und Lina v (1795—1800), Jakob Glatz mit 4Rosaliens Vermächtniso. Der moralisierenden Richtung huldigten unter andern auch Wagnitz' „Moral in Beispielens und K. Fr. Thiemes „Gutmannv, sowie die zählreichen Schriften von Meynier (Sanguin). Mit besonderer Anerkennung ist aus jener Zeit J. A. C. Löhr hervorzuheben, dessen Kleine Plaudereien für Kinder, welche sich im Lesen üben wolleno A. F. C. Vilmar neu herausgegeben hat. Eine neue Richtung schlugen ein Friedrich Jacobs (Alwin und Theodoro, «Rosaliens Nachlaß o, 4 Feierabende in Mainau » u. s. w.), namentlich aber die Gebrüder Grimm mit ihren «Kinder-⸗ und Hausmärchene und Christoph von Schmid, der Verfasser der „Ostereierb. Durch zahlreiche romanartige Jugendschriften haben sich in neuester Zeit am meisten Gustav Nieritz, Franz Hoffmann und O. W. von Horn bekannt gemacht. Unter den didaktischen Jugendschriften sind hervorzuheben B. G. Niebuhrs «Heroengeschichtenv,‚ K. 84 Beckers «Erzählungen aus der alten Welto, G. Schwabs «Sagen des klassischen Altertums v, Grubes «Biographien aus der Naturgeschichte v9. Masius' «Naturstudien » u. a. Anzureihen sind hier Masius, «Des Knaben Lust und Lehre, Thekla von Gumpert, «Töchteralbumo und «Herzblättchens Zeitvertreibo, F. Hoffmann, „Neuer deutscher Jugendfreund», die jährlich erscheinen, und die in kürzern Perioden erscheinenden Zeitschriften für die Jugend, namentlich «Deutsche zugendo von Lohmeyer (Lpz., seit 1872). Eine große Jahl von J. ist mit Illustrationen versehen, ja bei manchen sind diese die Hauptsache. Zu erwähnen sind in dieser Beziehung namentlich die Fabeln von Hey, mit den Illustrationen von O. Speckter, und Heinrich Hoffmanns „Struwwelpeterv, an den sich eine ganze Struwwelpeter-Litteratur angeschlossen hat. Vgl. Bernhardi, ⸗Wegweiser durch die deutschen über J. an Eltern und Lehrer » (5. Aufl., Nürnb. 1874); Merget, 46 Geschichte der deutschen Jugendlitteraturv (3. Aufl., Berl. 1882); Kritis che Jugendschriftenverzeichnisser, herausgegeben vom Pädagogischen Verein in Berlin; der Artikel Jugendlektüre, Jugendlitteratur» in Schmids Encyklopädie des Erziehungs⸗ und Unterrichtswesensv.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 914Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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