FeedJung (Joach.) oder Jungius
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Jung (Joach.) oder Jungius, einer der scharfsinnigsten Gelehrten des 17. Jahrh., geb. zu Lübeck 22. Okt. 1587, widmete sich anfangs der Mathematik und wurde 1609 Professor derselben zu Gießen, legte aber 1614 seine Professur nieder, lebte mit Ratichius und Helvich in Augsburg, begab sich 1615 nach Lübeck, dann nach Rostock, wo er bis 1618 blieb und Medizin studierte, und promovierte 1618 zu Padua. Im J. 1619 kehrte er nach Rostock zurück, gründete hier 1622 eine gelehrte Gesellschaft und wurde 1625 Professor der Mathematik an der Universität daselbst, 1628 Rektor des Johanneums in Hamburg. Er starb hier 17. Sept. 1657. J. gilt als ein Vorgänger Leibniz' in dem Bestreben nach einer Reform der Philosophie. Die Botanik verdankt ihm die erste richtige Feststellung der Begriffe Art und Gattung und die Grundlage einer Kunstsprache, die erst nach seinem Tode und nach einer Abschrift seiner Diktate (denn er selbst hat nichts drucken lassen) von Joh. Vaget in Joachim J. isagoge phytoscopia ete.5 (Hamb. 1678) bekannt gemacht und später von Linné ausgebildet wurde. Vgl. Guhrauer, Joachim J. und sein Zeitaltero (Stuttg. 1851); Avé-Lallemant, Des Dr. J. Jungius aus Lübeck Briefwechselv (Lüb. 1863); derselbe, Das Leben des Dr. med. Joachim Jungiuso (Bresl. 1882) und Goethes Fragment über Jungiuse (Stuttg. u. Tüb. 1850).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 922Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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