Jaroslaw oder Jaro slawl, ehemals ein Großfürstentum, jetzt ein zu Großrußland gehöriges Gouvernement, welches auf 35612,5 akm (1882 1051948 C. in zehn Kreisen zählt. Das Land ist meist flach, nicht sonderlich fruchtbar und wird von der Wolga und deren Nebenflüssen Mologa, Scheksna und andern bewässert, enthält auch ssch rere Moräste und einige Seen, wie den sehr fis reichen Nero bei Rostow, aus dem die Weksa fließt. Esbringt nicht genug Getreide, mehr Gemüse hervor, und hat einige Viehzucht und ansehnliche Webereien. Die Hauptstadt Jaroslaw, am Einflusse des Kotorost oder Kotorost in die Wolga, 260 km im NO. von Moskau gelegen und mit diesem durch eine Eisenbahn verbunden, Sitz eines Civilgouverneurs und Erzbischofs, zählt (1882) 30 275 C. und hat 66 Kirchen, drei Kloster, ein geistliches Seminar, ein von einem Demidow gestiftetes Lyceum mit adeliger Pension sowie zwei Kreis-, zwei Pfarr- und eine Flachsspinnschule. Es bestehen viele Fabriken, besonders Leinwand⸗ und Baumwollwebereien, Glockengießereien, Bleiweiß⸗ und Seidenfabriken und ein nicht unbedeutender Handel mit Petersburg und Moskau. Auch im Kreise J. wird viel Leinwand dofe E In demselben liegt das Kirchdorf Welikoje Seld mit 3849 E., der Mittelpunkt der Fabrikation von Leinwand, die als Jaroslawscher in ganz Rußland bekannt ist. Jährlich werden hier 60000 Stück Leinwand im Werte von 6 Mill. Rubel fabriziert. Der wichtigste Handelsplatz in diesem Gouvernement und im ganzen centralen Rußland ist aber Rybinsk (s. d.).