FeedJüterbog oder Jüterbock
ErdkundeBrockhaus 1882

Jüterbog oder Jüterbock, Kreisstadt im Regierungsbezirk Potsdam der preuß. Provinz Brandenburg, 62 km im Südwesten von Berlin, am Aarbach gelegen, Station der Linien Berlin-Halle und J.⸗Röderau der Preußischen Staatsbahnen, ist Sitz eines Landratamts und eines Amtsgerichts und zählt (1880) 6955, mit den unmittelbar anliegenden Dörfern Damm und Neumarkt 8728 meist prot. E., die bedeutende Spinnerei, Tuchfabrikation und Färberei, auch etwas Weinbau treiben, ansehnliche Woll⸗ und Flachsmärkte und sehr bedeutende 1.— namentlich Roßmärkte un⸗ ů terhalten. An den Ort knüpft sich eine Reihe geschichtlicher Ereignisse, so die Religionsgespräche von 1548, der Konvent wegen des Kryptokalvinismus 1579, der Vertrag Brandenburgs mit Sachsen wegen des Mitbesitzes der Jülich-Kleveschen Lande vom 21. März 1611; der Sieg Torstensons über Gallas 23. Nov. 1644; der Sieg der Preußen über die Franzosen 6. Sept. 1813 bei dem 4 kEm im Südwesten gelegenen Dorfe Dennewitz (s. d.). Der Kreis Jüterbog-Luckenwalde zählt (1880) auf 1324 dkm 63 455 meist prot. E. utespinnerei, s. unter Jute. ute-Tow-Garn oder kardiertes Jutegarn, das mit Hilfe von Kratzmaschinen, ähnlich wie Baumwollgarn, aus Jute hergestellte Gespinst. Duahungeu, „f. unter Jute. uthungen, german. Volksstamm, zu den Alamannen (s. d.) cehörig.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 944Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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