FeedAbeken (Bernh. Rud.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Abeken (Bernh. Rud.), Philolog und Schulmann, geb. 1. Dez. 1780 zu Osnabrück, wo er auch seine Gymnasialbildung erhielt, studierte seit 1799 3u Jena Theologie, wandte sich aber zugleich mit Vorliebe der Litteratur zu. Im J. 1802 ging er als Tchrer der nach Berlin und war 1808 —10 als ehrer der Söhne Schillers in Weimar. Nachdem er seit 1810 am Gymnasium zu Rudolstadt gewirkt, wurde ihm 1815 die Ganae Lehrerstelle an dem Gymnasium zu Osnabrück angetragen, an welcher Anstalt er 1841—63 Rektor war. Er starb 24. Febr. 1866 u Osnabrück. Von den schriftstellerischen Arbeiten As sind außer der Gesammtausgabe der Werke Mösers (10 Bde., Berl. w1842—43), für dessen Anerkennung er Überhaupt thätig wirkte, hervorzuheben: „Beiträge zum Studium der Göttlichen Komödie Dante Alighieris (Berl. 1826), 4Cicero in seinen Briefen (Hannov. 1835); dann mehrere Eucans Beiträge zur Goethe-Litteratur, wie Ein Stück aus Goethes Leben» (Berl. 1848) und „Goethe in den 1771—755 (Hannov. 1861; 2. Aufl. 1865).— ilhelm Ludwig Albert Rudolf A., Sohn des vorigen, geb. 30. April 1813 zu ang Lebildet ward auf dem Gymnasium zu Osnabrück ge ildet und studierte seit 1833 zu Berlin Theologie, wandte sich aber unter Gerhards Leitung der Archäologie zu und ging 1836 nach Rom. ImApril 1842 kehrte er nach Deutschland zurück, starb aber schon 29. Jan. 1843 in Munchen. Er veröffentlichte: „Mittelitalien vor den Zeiten der röm. Herrschaft, nach den Denkmälerno (Stuttg. 1843).— Hermann A., Bruder des vorigen, geb. 27. Juni 1820 zu Osnabrück, hat sich litterarif ch durch die Schriften Die amerik. Negerstlaverei und die Emanzipation» (Berl. 1847) und „Der Eintritt der Türkei in die europ. Politik des 18. Jahrh. » (herausg. von Stüve, Berl. 1856) bekannt gemacht; er starb 27. April 1854 zu Hannover als Vorstand des Statistischen Bureau. — Heinrich A., Neffe von Bernhard Rudolf A., geb. 19. Aug. 1809 zu Osnabrück, erhielt seine Vorbildung auf dem dortigen Gymnasium, widmete sich 1827— 31 zu Berlin der Theologie und ging 1834 auf Veranlassung Bunsens als Runge der preuß. Gesandtschaft erst nach Rom, dann 1841 nach London, wo er mit jenem für die Einrichtung des Bistums in Jerusalem thätig war. Nachdem er seit 1842 Lepsius auf dessen Expedition nach Agypten und Athiopien begleitet, ward er 1848 als Legationsrat im preuß. Ministerium des Auswärtigen angestellt und 1853 zum Geh. Legationsrat und vortragenden Rat in demselben ernannt. Während des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870 —71 begleitete A. den Grafen Bismarck in das Hauptquartier des Königs nach Frankreich, kehrte nach dem Frieden mit demselben zurück und starb 7./8. Aug. 1872 zu Berlin. Von A. wurden veröffentlicht einzelne Vorlesungen über Teile seiner ägypt. Reise, mehrere liturgische Abhandlungen und eine Lebensschilderung Bunsens in «Unsere Zeito (Bd. 5, Lpz. 1861). Anonym erschien sein 9 Jaur geistreiches Sendschreiben „Babylon und Jerusalem » (Berl. 1853) an die Gräfin Hahn-Hahn.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 31Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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