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ErdkundeBrockhaus 1882

Abrantes, sehr alte, ummauerte und durch ein Kastell verteidigte Stadt in der portug. Provinz Estremadura, Distrikt Santarem, auf einer —— 1 am rechten Ufer des hier schiffbar werdenden Tejo und am Ausgange eines Passs über die Serra d'Estrella, an der Cisenbahn Lissabon-Badajoz, zählt (1878) 6380 E. Unter ihren drei Kirchen ist die des heil. Vincentius nebst dem daranstoßenden Kloster eine der größten und prächtigsten Portugals. Die bei A. beginnende Flußschiffahrt vermittelt einen lebhaften Handel mit Lissabon, welches von A. Getreide, Ol, Wein und Früchte bezieht, unter denen namentlich die Pfirsiche und Wassermelonen Ruf haben. Von dem strategisch wichtigen Orte aus unternahm 1807 der franz. General Junot (s. d.) den erfolgreichen Zug gegen Lissabon, wofür er von Napoleon zum Herzog von A. erhoben wurde. — Von der Stadt A. leitet auch ein portug. Grandengeschlecht seinen Grafen⸗ und Maraquistitel her. In neuerer Zeit wurde aus dieser Familie besonders bekannt: Dom José Marquis von A., geb. 1784, der 1807 in polit. Mission nach Frankreich geschickt, auf Napoleons uch d aber viele Jahre Baber ehalten wurde. Nach der Rückkehr in sein aterland war er ein Führer der absolutistischen Partei. Der Teilnahme an den polit. Intriguen beschuldigt, welche die Ermordung des Herzogs von ing nach Italien, dann nach London, wo Holzschlagen sich ergebende Reisholz bis zu 7 em Stärke, welches in Wellen gebunden oder haufenweise zusammengelegt und verkauft wird. Im Hochwalde wird der A. bei Nadelholz auf 5—10, bei Laubholz auf 12—15 Proz. des Einschlags oder der gesamten Massenerzeugung berechnet. Auch von Steinbrüchen, Thon⸗ und Mergelgruben wird der Ausdruck A. gebraucht, für die über der Bruchschicht, dem Thon⸗ oder Mergellager befindlichen nutzlosen Erd⸗ und Geröllschichten. l bermnecnken nennt man die bittern und zum Teil zerfließlichen Salze, aus denen die über 40 m dicke obere Decke des dtereuer Steinsalzlagers im Magdeburg-Halberstädter Becken besteht. Das ganze 376,6 m mächtige Lager gliedert sich in vier Abteilungen, nämlich 1) die Region des Carnallits, 40 m mächtig, Steinsalz, Kieserit und hauptsächlich Carnallit, eine Verbindung von Chlormagnesium mit Chlorkalium enthaltend; 2) die Kieseritregion 56 m mächtig, neben Steinsal durch vorherrschenden Kieserit (schwefelsaure Magnesia) charakterisiert; 3) die Polyhalitregion, 63 m mächtig, und 4) die Anhydritregion, 215 me mächtig. In der Carnallitregion finden sich die wichtigen Kalimineralien Carnallit, Sylvin, Schönit und Kainit, neben Tachhydrit und Boracit. Die A. bilden die hervorragendste Kaliquelle, die + existiert; sie sind die Ergebnisse und Produkte eines ruhig vor sich gehenden Abdunstungsprozesses, wie er noch heute in seiner Entwickelung und Fortbildung Nune im Toten Meere und in den Seesalinen des Mittelmeers beobachtet werden kann. Man stellt in Staßfurt und Leopoldshall aus den A. fabrikmäßig Chlorkalium, schwefelsaures Kali, Pottasche, Bittersalz, Glaubersalz, Chlormagnesium, Brom und Düngerpräparate dar. (S. Staßfurt.) Außer bei Staßfurt hat man A. bisher noch bei Kalucz in Galizien getroffen. Hier finden sich besonders mächtige Lagen von Sylvin und Kainit. Vgl. Bischof, «Die Steinsalzbergwerke bei Staßfurto (Halle 1864); Reinwarth, «Die Steinsalzablagerung bei Staßfurt und die dortige Kaliindustrier (Dresd. 1871); Ochsenius, „Die Bildung der Steinsalzlager» (Halle 1877).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 66Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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