Abravanel (Isaak ben-Jehuda) oder Abarbanel, jüd. Gelehrter, geb. 1437 in Lissabon, bekleidete am Hofe des Königs Alfons V. von Portugal, bei dem er in großer Gunst stand, einen Posten, mußte aber nach dessen Tode 1482 nach Castilien fliehen, wo er 1484 in Ferdinands Dienste trat, bis die allgemeine Austreibung der Juden aus Spanien ihn 1492 auszuwandern nötigte. Er begab sich nach Neapel, nach der Eroberung dieser Stadt durch den König von Frankreich 1495 mit Alfons II. nach Messina, bald darauf nach Korfu, 1496 nach Monopoli in Apulien und ging 1503 in Aufträgen der portug. Regierung nach Venedig, wo er 1508 starb. Seine Schriften bestehen in theol. Exegesen des Auder M und der Propheten, in Kommentarien zu der Mischna Abot, zur Pefach-Haggadah und zu Maimonides, und in mehrern Schriften philos. oder theol. Inhalts. Der berühmteste seiner drei Söhne war JehudalLeone), der 1502 „Dialoghi di amores (Rom 1535 u. öfter) herausgab, ein einst vielgelesenes, in verschiedene Sprachen übersetztes philos. Werk in AParASemn Geiste.