FeedAndrada (Jose Bonifacio d'A. e Silva)
GeschichteBrockhaus 1882

Andrada (Jose Bonifacio d'A. e Silva), namafter brasilian. Staatsmann, Sohn des Obersten d gnacio d'A., geb. 13. Juni 1765 zu Santos in der brasilian. Provinz Säo-Paulo, studierte seit 6 1780 zu Coimbra die Rechte und Naturwissenschaf-t Conversations-Lexikon. 13. Aufl. I. ten und bildete sich dann im Auslande zum Bergbeamten aus. Im J. 1800 nach Portugal zurückgekehrt, erhielt er den Lehrstuhl der Geognosie zu Coimbra und wurde Generalintendant des portug. Bergwesens. Er zeichnete sich im Unabhängigkeitskriege (1808) aus, ging aber 1819 nach Brasilien, um der Wissenschaft zu leben. Als das Dekret der Cortes zu Lissabon vom 29. Sept. 1821, welches Dom Pedro nach Europa zurückrief, in Brasilien das Signal zum Aufstande gab, stellte A. sich in Säo-Paulo an die Spitze der wastätd und verfaßte als Vizepräsident der Ing, Beanite ie Dom Pedro überreichte Aufforderung, Brasilien nicht zu verlassen. A. wurde 16. Jan. 1822 als Hasen des hiekt zu an die Spitze der Verwaltung berufen, erielt zwar 25. Okt. 1822 seine Entlassung, gelangte aber nach fünf Tagen, infolge einer Manise tation des Volks zu seinen Gunsten, wieder ans Ruder. Schon 17. Juli 1823 resignierte er jedoch und trat nun in Opposition gegen das Ministerium, ward aber verhaftet und nach Europa eingeschifft. Unter wissenschaftlichen Studien verweilte er zu Bordeaux, bis er 1829 die Erlaubnis zur Rückkehr nach Brasilien erhielt. Hier ernannte ihn der Kaiser, als er 7. April 1831 zu Gunsten seines Sohnes, Dom Pedros II., abdankte, zu dessen Vormund. Durch die Regentschaft 1834 der Vormundschaft enthoben, lebte er seitdem zurückgezogen auf der kleinen Insel Nictheroy bei Rio, wo er 6. April 1838 starb. Außer einer Reihe wissenschaftlicher Abhandlungen und polit. Aufsätze veröffentlichte A. QPoesias d'Americo Elyseon (Bordeaux 1825), welche ihm wohlverdienten dichterischen Ruf einbrachten. — Auch seine Brüder Antonio Carlo d'A. und Martim Francisco d' A. (geb. 1776, gest. 23. Febr. 1844) haben sich in der brasil. Revolution und später als Staatsmänner einen Namen gemacht. — Die beiden Söhne des letztern, Jose Bonifacio d' A. und Martim Franeisco d'A., machten sich als Dichter bekannt, ersterer durch Rosas e goivoso (Säo-Paulo 1849), letzterer durch Lagrimas e sorrisos v (Rio 1847) und das Drama «Januario Garcia (Rio 1849).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 625Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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