FeedAbuschehr
ErdkundeBrockhaus 1882

Abuschehr oder Bender⸗ aher Al von den Europäern gewöhnlich Buschir oder Abéschr genannt, pers. Hafenstadt am Persischen Meerbusen, in der Provinz Farsistan, etwa 300 km südöstlich von der Mündung des Euphrat, 200 km von Schiras, in einer völlig öden Gegend, auf der Nordspitze einer von den Alten Mesambria genannten, sehr niedrigen und daher oft überfluteten Landzunge, in überaus heißem Klima gelegen. Der Hafen ist seicht und unsicher, und Schiffe von größerer Tragfähigkeit Ner der Untiefen und Klippen wegen auf offener Reede 7,5 km von der Stadt ankern. Trotzdem und obgleich die Gegend von Erdbeben und dem Samum, von Fieberklima und Heuschrecken geplagt wird und das Trinkwasser mangelt, erhob sich A. von einem 5%½%½ zu einem Haupthandelsplatze, indem Schah Nadir (1736 — 47) den brit.⸗ostind. Handel von Bender-Abassi gand scwar og. Die Angaben über die Einwohnerzahl schwanken zwischen 10000 und 25000. Als Haupthafenstadt Persiens hat A. einen ziemlich lebhaften Handel besonders mit Indien, von dem es Reis, ů und andere Produkte erhält. Auch die Einfuhr europ. und chines. Erzeugnisse geschieht meist über Bombay. Dagegen führt A. etwas Schirastabak (Tumbeki) und Wein aus. Auf der Südspitze derselben Landzunge liegt ein im Mittelalter berühmter Hafenort Ris 1 9 jetzt ein kleines Dorf, bei welchem 1876 viele Ziegeln mit Keilschrift und Totenurnen ausgegraben wurden. Im Nordwesten von A. liegt im R chen Golf die Nuse Kerak (s. d.). Diese und A. wurden im riege mit Persien von den Engländern im Dez. 1856 besetzt, im Pariser Frieden vom 4. März 1857 aber wieder an Persien zurückgegeben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 84Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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