FeedAdam von Bremen
ReligionBrockhaus 1882

Adam von Bremen, Durehpi und Scholasticus oder Magister scholarum daselbst, kam, wahrscheinlich von Erzbischof Adalbert aus Obersachsen berufen, 1067 nach Bremen, wo er um 1076 starb. Er schrieb hier unter dem Titel Gesta Hammaburgensis ecelesiae pontificump meist nach Urkunden und alten Aufzeichnungen eine Geschichte des Erzbistums ½ von der Gründung desselben bis zum Tode des Erzbischofs Adalbert (1072), die zugleich wertvolle Beiträge zur Geschichte der nordischen und nordslaw. Völker enthält. A. verdankte diese Nachrichten teilweise den mündlichen Mitteilungen des dän. Königs Syend Estrithson, den er bald nach seiner Ankunft in Bremen auf einer soof Missionsreisen besucht hatte. Das dem Erzbischof Liemar (1072 —1101) gewidmete Werk ist die einzige bedeutende Quelle aus jener Zeit für die Geschichte des Nordens, und schon deshalb von großer Wichtigkeit. Außerdem empfiehlt es sich durch richtige Auffassung der Berichte, durch lichtvolle Darstellung und eine den Alten, besonders Sallust, nicht 1ch 1 Geschick nachgebildete Sprache. Das dritte Buch umfaßt die Geschichte des Erzbischofs Adalbert (s. d.), das vierte aber gibt als Descriptio insularum aquiloniso eine zusammeninav. und balt. Länder voll der wichtigsten Nachrichten. Von den vielen Ausgaben ist jetzt nur noch die von Lappenberg in den Monumenta Germaniae historicap (Scriptores, Bd. 7, 2. Aufl., Hannov. 1876) zu brauchen, welche auch die zahlreichen, zum Teil von A. selbst Cawrent f en Glossen autar Diese Ausgabe hat Laurent seiner deutschen bertragung (Berl. 1850) zu Grunde gelegt. Vgl. Wattenbach, «Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter (4. Aufl., 2 Bde., Berl. 1877—78).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 127Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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