FeedAlbert I.
ReligionBrockhaus 1882

Albert I., von Appeldern, Bischof von Riga 1199—1229, der eigentliche Begründer des Christentums und des Deutschtums in Livland, da seine beiden Vorgänger Meinhard als Missionsprediger und Barthold mit Kreuzfahrern sehr wenig ausgerichtet haben. A. brachte zunächst fast regelmäßig alle Frühlinge erfolgende wett De in Gang, wozu er oft persönlich im nordwestl. 10 wertiche Teilnehmer warb; er stellte diesen auch weltliche Vorteile in dem zu bekehrenden Lande in Aussicht, sodaß viele dort gleich blieben; er schuf der so allmählich heranwachsenden deutschen Kolonie in dem 1201 gegründeten Riga einen festen Stützpunkt und stiftete, um auch h die Zeit, da die Pilger Ren, 1203 oder spärlicher kamen, kriegsbereit zu ein, 1202 durch Bunder damaligen Stellvertreter den Orden der (Brüder der Ritterschaft Christiv, den, Käumv Schwertbrüder genannt. In unablässigen Kämpfen unterwarf er erst das Land nordwärts der Düna (Livland), dann auch das im Süden (Kurland und Semgallen), während er allerdings geschehen lassen mußte, daß in Estland sich die Dänen festsetzten. Für das von ihm besessene Land wurde er erst 1207 und wieder 1225 als Fürst des Römisch-Deutschen Reichs anerkannt und be-Conversations-Lexikon. 13. Aufl. I. lehnt; er selbst gab dann ein Drittel davon als Lehen an den Orden — ein Verhältnis, aus welchem namentlich, als der Christusorden sich mit dem Deutschen Orden verschmolz, ja icher Beziehung Streitigkeiten entstanden. In kirchlicher Beziehung atte er, je nachdem die Eroberung fortschritt, neden Riga neue Bistümer eingerichtet: Estland, Osel, Dorpat, später Semgallen und Kurland, über welche sein zweiter Nachfolger, A. II., förmlich als Metropolitan vom Papste bestätigt wurde. So waren, als A. 17. —— 1229 starb, alle Grundlagen des bischöflich-ritterlichen livländ. Staatswesens der spätern Ri schon vorhanden, dieses selbst dem Deutschen Reiche einverleibt, obwohl es bei seiner Entfernung vom Reichskörper und bei dem Mangel eines deutschen Bauernstandes stets den Charakter einer deutschen Kolonie unter den stammfremden Bevölkerungen estnisch-finnischer und lettisch⸗-litauischer Nationalität behielt. Vgl. Bienemann, Aus baltischer Vorzeito (Lpz. 1870); Hausmann, Das Ringen der Deutschen und Dänen um den Besitz Estlandso (Lpz. 1870).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 337Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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