FeedAdam (Albr.)
GeschichteBrockhaus 1882

Adam (Albr.), einer der ausgezeichnetsten Tier- und Schlachtenmaler der neuern Zeit, geb. 16. April 1786 zu Nördlingen als Sohn eines Konditors, kam 1804 nach Nürnberg, entschied sich dort für die Kunst und ging 1807 nach München, wo er fortan seinen Aufenthalt nahm. Im Sommer 1809 begleitete er den Grafen von Frohberg-Montjois auf den Feldzügen gegen SOsterreich und trat dann in die Dienste des Vizekönigs Eugen von Italien, dem er 1812 nach Rußland folgte. Im Dezember desselben Jahres kehrte er unter ueh 0 Gefahren und Beschwerden nach München zurück, ging aber im Gefolge des Vizekönigs nach Italien, wo er bis 1815 verweilte. Nach dem Frieden zeichnete er für seinen Gönner eine Sammlung von 85 Blättern, gleichsam ein Tagebuch der erlebten Kriegsscenen (jetzt in der Galerie Leuchtenberg in Petersburg), und fertigte eine Reihe von Schlachtgemälden, welche sämtlich Scenen aus den Feldzügen darstellen, denen er beigewohnt. Auch veröffentlichte er ein großes litho-T1181 4N/ Prachtwerk (120 Blätter) unter dem itel Voyage pittoresque militaired. Eine bedeutende Anzahl der besten Werke A.s aus den J. 1817—24 erwarb König Maximilian I. von Bayern. A. ging 1829 nach Stuttgart, wo er unter anderm den König Wilhelm zu Pferde, namentlich aber eine anze Reihe von Bildnissen arab. Rosse aus dem önigl. Marstall malte. Nach München zurückgekehrt, malte er im Auftrage des Königs Ludwig I. 1835 5e das Bankettzimmer des Saalbaues der neuen esidenz die Schlacht an der Moskwa. . den J. 1848 und 1849 wohnte er unter Radetzky dem Feldzuge gegen Sardinien bei, und zwar in Begleitung Die dritten Sohnes Eugen. Damals entstanden ie «Erinnerungen an die Feldzüge der österr. Armee in Italien in den J. 1848 und 1849 (Münch. 1850), woran seine Söhne teilnahmen. Die Schlachten von Novara und Custozza schilderte er für die Neue Pinakothek, welche Sammlung auch von ihm K die später entstandene Erstürmung der Düppeler r Schanzen besitzt. Seine letzte Arbeit, zugleich eine seiner größten, war die Darstellung der Schlacht bei Zorndorf (für das Maximilianeum), welche er kurz vor seinem Tode vollendete. A. starb 28. Aug. 1862. In A.s Werken vereinigt sich Leben und Ausdruck d mit seltener Klarheit und künstlerischer Gemessen-r heit. In seinen Schlachtenbildern weiß er den Vorrund mit den mannigfachsten Episoden und treff: ich in Handlung gesetzten Gruppen der siegenden Partei zu beleben, während tief in das Bild hinein der Gang der . 00 wie auf einem Schachbrete ausgebreitet liegt. Von seinen 10 Kindern haben sich unter seiner nno 2 vier mit Erfolg der Kunst; gewidmet. — Benno A., geb. zu München 15. Juli 1812, ist Tiermaler und trat mit seinen Arbeiten zuerst 1834 hervor. Er weiß jede Tiergattung in ihrer Eigentümlichkeit aond zu erfassen und lebenswahr darzustellen. Besonders hat er aus dem ½ „ treffliche und mitunter ergötzliche Charakteristiken mmne Eine Hirschhetzjagd von ihm ist in der Sammlung der Neuen Pinakothek in tünchen. — Franz A., der zweite Sohn, geb. 1815 zu Mailand, ergriff spezieller als Benno das 1 des Vaters, indem er sich auch kriegerischen arstellungen zuwandte. Er malte 1857 das kolossale Reiterporträt des Kaisers Franz Joseph für das Zeughaus in Wien und bald darauf als Gegenstück das Porträt des Feldmarschalls Radetzky. Seit seiner Rückkehr aus dem ital. Feldzuge von 1859, dem er im Gefolge Franz Josephs beiwohnte, beie er in großer Mannigfaltigkeit und mit vieler Eleganz ausführt. — Eugen A., geb. 22. Jan. 1817, gest. 4. Juni 1880 zu München, widmete sich mehr dem Genrefache und lieferte sehr ansprechende Stücke, ohn, Ju aus dem Lagerleben. — Der jüngste Sohn, Julius A., geb. 1821, zeichnete mit Gewandtheit Iun Stein, gründete 1848 eine lithoraphische Anstalt in München, der er bis 1862 vorhand, wandte sich dann dem Studium und im Verein mit Albert der u Man Photographie zu und starb 24. März 1874 zu München. — Emil A., Sohn Bennos, geb. 20. Mai 1843 zu München, ebenfalls Tiermaler, von seinem Vater und seinem Sterre Franz ausgebildet, erregte zuerst durch die sterreichische Lagerscene auf der kölner Ausstellung 1861 Aufmerksamkeit. Gemeinsam mit seinem Vater malte er 1868 die Pardubitzer Jaad, ein großes Porträtbild des österr. hohen Adels.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 128Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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