FeedAdams-Pie
ErdkundeBrockhaus 1882

Adams-Pie nennen die Araber und nach ihnen die Europäer den in der Westprovinz der —7 Ceylon im südl. Gebirgszuge Konde-Uda sich erhebenden, von den Singhalesen Samanella oder Ha-Malell genannten, 2260 m hohen Berg, 65 km ostsüdöstlich von Colombo. Die Auf selnen verehren diesen Berg als einen heiligen. Auf seinem Gipfel, einer kahlen und Uhewachsenen Granitplatte, befindet sich eine 21 m lange und 10 mbreite, von einer etwa Im hohen Mauer umgebene Fläche, in deren Mitte ein kleiner, offener Tempel errichtet ist. Unter diesem Tempel erblickt man auf einem etwas aus der Platte hervorragenden Felsblocke das Sripadam (d. i. die Fußspur des Glücks) oder die Fußspur von Buddha, bestehend aus einer Vertiefung, der 5 wertiehe achhülfe die rohe Form eines Fuß tritts verliehen — ie Ränder der Spur sind von einem angeblich goldenen Rahmen umfaßt, der mit vielen, zum Teil echten Edelsteinen besetzt ist. Die Besteigung dieses Bergs, obgleich sie jährlich von vielen Tausenden frommer Wallfahrer geschieht, ist ziemlich beschwerlich. Nach der Legende ließ Gautama Buddha seine Fußspur zurück, als er bei seiner Himmelfahrt hier zum letzten male die Erde berührte. Aber auch den Brahmanen und den Mohammedanern gilt der A. als ein heiliger Berg, erstern, weil sie in Buddha eine Menschwerdung (Avatara) von Wischnu erkennen, letztern, weil sie die Fußspur Adam welcher hier, 1000 Jahre lang auf einem Fuße stehend, seine Vertreibung aus dem Paradiese beweint haben soll. Auch noch andere Tempel und Unterkunftshäuser (Ambelams) für die Wallfahrer sind auf dem Berge.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 132Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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