FeedAdipocire
NaturlehreBrockhaus 1882

Adipocire, Fettwachs, Leichenfett, ist eine eigentümliche Fettsubstanz, in welche sich Leichen verwandeln können. Auf dem Kirchhofe des Innocents in Paris befanden sich ehemals große Gräber, welche 10 m tief und 6,2 m breit und lang waren, und innerhalb drei Jahren mit 1000 - 1500 Särgen gefüllt wurden, die man unmittelbar übereinander setzte, während die Gräber selbst geöffnet blieben. Die darin befindlichen Leichname verwandelten sich bis auf Knochen und Haare in diese Fettart, die, wie Untersuchungen gezeigt haben, wesentlich eine Ammoniakseife ist. Namentlich bilden Haut, Brüste, Muskeln und Gehirn 8.Nueren während Lunge, Leber, Gedärme, Milz, Nieren, Uterus der Fäulnis unterliegen. Die Totengräber kennen diese Substanz schon lange und überall; sie scheint si besonders zu bilden, wenn der Leichnam in feuchtem Boden ohne Zutritt der Luft oder unter fließendem Wasser liegt. Man ch versucht, aus dieser Masse die Fettsäure (wesentlich Palmitinsäure) auszuscheiden und technisch zu Kerzen u. s. w. 32 verwenden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 147Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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